Mächtige, melancholische Klänge im Z88

Eine beeindruckende Show boten The Ithaka Chronicles im Z88 – allerdings vor spärlicher Kulisse.

Drucken
Teilen
Bassist Urs Rechsteiner. (Bild: Thomas Zoch)

Bassist Urs Rechsteiner. (Bild: Thomas Zoch)

kreuzlingen. So machtvoll kann Melancholie klingen. The Ithaka Chronicles aus dem Raum Arbon/St. Gallen boten im Z88 einen ebenso wuchtigen wie interessanten Alternative Rock mit allerlei Einflüssen vor rund 20 Besuchern, die mit Applaus nicht sparten. Das ist umso bemerkenswerter, als es sich lediglich um ein Trio handelt. Doch Erwin Bräuer (Gesang, Keyboards), Urs Rechsteiner (Bass, Loop-Station) und Beppo Sergio (Drums) sind echte Könner, die beispielsweise das Fehlen einer Gitarre in ihren

meist recht düsteren, aber flotten Eigenkompositionen locker kompensieren: mit allerlei Soundeffekten, abwechslungsreicher Spielweise und einem sauberen Zusammenspiel.

Viel Technik und Emotion

So hatte Rechsteiner 14 Effektgeräte im Halbkreis hintereinander geschaltet, sorgte aber auch mit mal melodischen, mal hypnotischen Läufen und mitunter funkiger Art für klangvolle Grooves. Sergio bearbeitete seine Trommeln auf dazu passende Weise mal vorantreibend, knallend oder polternd.

Und Bräuer, der mit schrillen oder flächigen Key-Sounds den technischen Teil komplettierte, lieferte mit seinem rauhen Organ den emotionalen Gegenpart, sang mal beschwörend-verzweifelt bis hin zu Schreiattacken, mal gurgelnd-grummelnd und dann wieder cool-bedrohlich.

Super gut und authentisch

«Ich fand es eindrücklich», sagte eine junge Frau aus Frauenfeld, der der Anfang besser gefiel als der Schluss.

Die Band habe eine «Dringlichkeit in der Aussage», sei trotz aller Technik emotional und melancholisch. Ein Z88-Stammgast urteilte, das sei «eine energiegeladene, wütende Musik». Den Gesang «voller Inbrunst» hob auch ein anderer Besucher aus Kreuzlingen hervor. (toz)

Aktuelle Nachrichten