Lohr ist der Panaschier-König

KREUZLILNGEN. Am meisten Stimmen bei den Gemeinderatswahlen vom letzten Sonntag hat Fabian Neuweiler von der SVP erreicht. Doch aus fremden Lagern erhielten Politiker aus anderen Parteien am meisten Zuspruch.

Urs Brüschweiler
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Die Kreuzlinger bestimmten am vergangenen Sonntag ihre Volksvertreter, den Gemeinderat, für die nächsten vier Jahre neu. Zehn Frauen und 30 Männer dürfen auf einem Stuhl im Rathaus Platz nehmen. Mit 25 Prozent ist damit der Frauenanteil im Vergleich zu den Wahlen von 2007 exakt gleich geblieben. Obwohl die Frauen bei der Gesamtzahl der Stimmberechtigten übrigens satte 55 Prozent ausmachen.

Schule lockte mehr Wähler

Stark verändert hat sich dafür die Stimmbeteiligung. Von 8297 Stimmberechtigten in der Stadt Kreuzlingen haben deren 2365 an der Wahl teilgenommen. Das ergibt eine Stimmbeteiligung von gerade 28,5 Prozent. Vor vier Jahren lag diese noch gute zehn Prozent höher bei 37,8 Prozent, allerdings sicher auch wegen anderer gleichzeitig stattfindender Urnengänge.

In diesem Jahr war sogar die Stimmbeteiligung bei den gleichzeitig stattfindenden Abstimmungen über die Schulhauserweiterungen höher. Diese lagen bei 29,0 beziehungsweise bei 29,1 Prozent. Und allein die marginale Differenz der Stimmberechtigten – in der Primarschule sind wegen Bätershausen 31 Personen mehr stimmberechtigt, als in der politischen Gemeinde – kann dieses halbe Prozent nicht erklären.

Beliebt bei anderen Parteien

Durch die deutlich kleinere Anzahl der Urnengänger sind auch die Stimmenzahlen der Parteien und Kandidaten schwierig mit 2007 zu vergleichen. Fabian Neuweiler (SVP), der am Sonntag mit 1238 Stimmen am meisten von allen erreichte, wäre damit vor vier Jahren gerade mal an zwanzigster Stelle gelandet. Neuweiler hat damit aber trotzdem Christian Lohr abgelöst, der lange Jahre immer am meisten Stimmen verbuchen konnte. Lohr kann sich aber damit trösten, dass er 2011 der «Panaschier-König» wurde.

Die Anzahl der Panaschier-Stimmen zeigt die Beliebtheit der Kandidaten bei Wählern von anderen Parteien. 710mal hatten Wähler den Namen Christian Lohr zusätzlich auf eine CVP-fremde Liste geschrieben. Er erhielt unter anderen 117 Stimmen von SP-Wählern, 106 Stimmen von Wählern der Freien Liste und 136 von FDP-Wählern. Ebenfalls hervorragend abgeschnitten in dieser Hinsicht hat Christian Forster mit 626 listenfremden Stimmen. Gerade 38 Wähler hatten seine Liste, auf der er alleine stand, unverändert eingeworfen.

Platz drei in der Panaschier-Rangliste teilen sich mit 508 Stimmen Hans-Jürgen Michael (Freie Liste) und Christian Brändli (FDP). Letzterer hat vor allem bei den SVP-Wählern (144 Stimmen) gepunktet.

Beim parteiübergreifenden Listenausfüllen hatte die SP die Nase vorn. Insgesamt 3270 Stimmen machte die Partei durch ihre Kandidaten, die auf fremde Listen gesetzt wurden. Stark waren in dieser Hinsicht auch die CVP (2952) und die FDP (2808).

SVP-Wähler ändern wenig

Die SVP hingegen machte deutlich am meisten Stimmen aller Parteien durch Listen, die unverändert eingeworfen wurden. Insgesamt haben das 370 Wähler gemacht. Zum Vergleich, bei der FDP waren es 145, bei der SP 271.