Löten neben dem Biomarkt

WEINFELDEN. Unter dem Motto «Reparieren statt wegwerfen» findet am 29. August die erste Ausgabe des «Repair Cafés» in Weinfelden statt. Berufsleute hauchen defekten Gegenständen beim Pestalozzischulhaus neues Leben ein.

Anna Hug
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Reges Treiben im «Repair-Café» in Bern: Besucher bringen ihre defekten Gegenstände und lassen sie von Experten reparieren. (Bild: Matthias Luggen)

Reges Treiben im «Repair-Café» in Bern: Besucher bringen ihre defekten Gegenstände und lassen sie von Experten reparieren. (Bild: Matthias Luggen)

Was passiert mit dem kaputten Mixer und dem löchrigen Pullover? – Sie wandern auf den Müll. Täglich wirft der Durchschnittskonsument Gegenstände weg, die eigentlich ganz leicht wieder instand zu setzen wären. Reparieren ist aus der Mode geraten. Deshalb hat der Konsumentenschutz eine neue Initiative ergriffen. Mit sogenannten «Repair Cafés» will die Organisation gegen den Ressourcenverschleiss vorgehen.

Mit diesem Angebot bietet der Konsumentenschutz den Besuchern die Möglichkeit, ihre lädierten Gebrauchsgegenstände mit Hilfe von Experten kostenlos zu reparieren. Am Samstag findet das erste «Repair Café» in Weinfelden statt.

Seit letztem Jahr in der Schweiz

Die Idee für solche Reparatur-Veranstaltungen kommt aus den Niederlanden und aus Deutschland. In die Schweiz gelangten die «Repair Cafés» dank der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). Die Stiftung hat ihren Hauptsitz in Bern und vertritt seit 1964 die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten. Im April 2014 lancierte die Stiftung in Bern die erste Repair-Veranstaltung der Schweiz.

Kathrin Fröhlich, Gönnerin des Konsumentenschutzes, setzte sich schliesslich dafür ein, ein solches Café nach Weinfelden zu bringen. «Mein Mann ist ein leidenschaftlicher <Kaffimaschine-Chnütteri>, und so kam mir die Idee, ein <Repair Café> in Weinfelden zu organisieren.» Mit einer Kollegin, die einen solchen Anlass bereits in Bern besucht hatte, machte sie sich an die Organisation. Im Rahmen der Vorbereitungen reiste schliesslich auch Fröhlich nach Thun und besuchte die dortige Reparatur-Veranstaltung. «Es gibt sie bereits in vielen Kleinstädten in der Schweiz, leider aber wenige davon in der Ostschweiz», sagt Fröhlich. Ein weiterer Grund für sie, diese Veranstaltung in ihr Heimatdorf zu holen.

Die Reparaturen sind gratis

Am 29. August wird von 9 bis 15 Uhr beim Pausenunterstand des Pestalozzischulhauses neben dem Biomarkt genäht, gebohrt und gelötet. Besucher sind herzlich eingeladen, defekte Produkte von zu Hause mitzubringen und der Veranstaltung beizuwohnen. Die Reparaturarbeiten sind gratis. Ehrenamtliche Elektrotechniker, Informatiker und Ingenieure sowie Schneider, Schreiner und Buchbinder bemühen sich darum, Lösungen für jeden gebrachten Gegenstand zu finden. Nur die Kosten für Ersatzteile müssen die Besucher selbst übernehmen. «Die Veranstaltung muss wirtschaftlich und politisch neutral sein. Wir dürfen also kein Geld mit dem <Repair Café> einnehmen», erklärt Organisatorin Fröhlich.