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Lobgesang gegen die Finsternis

KREUZLINGEN. Zu seinem 75-Jahr-Jubiläum gab der Oratorienchor Kreuzlingen mit der Südwestdeutschen Philharmonie ein Konzert mit Werken Felix Mendelssohns.
Renata Egli-Gerber
Der Oratorienchor beim Konzert zu seinem 75. Geburtstag. (Bild: pd)

Der Oratorienchor beim Konzert zu seinem 75. Geburtstag. (Bild: pd)

KREUZLINGEN. Mit der Ouverture zu Mendelssohns «Hebriden» beginnt das Konzert in der vollbesetzten Kirche St. Stefan. Stellenweise begleiten Streichergruppen die Bläser mit filigranem Rankwerk. Beherrscht anschwellende Crescendi machen klar: Zwischen Dirigentin Annedore Neufeld und der Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz klappt die Verständigung.

Als zweites Werk dann die Vertonung von Psalm 42: «Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, nach Dir.» Noch kommt das leidenschaftlich Drängende dieses Textes im ersten Chor nicht voll zum Ausdruck. In den Gesängen danach voller Lyrik und Dramatik tauscht sich der Chor ausdrucksstark mit den Solisten aus.

Mitreissend und eindringlich

Nach der von Sopranistin Claudia von Tilzer fein ausgestalteten, wunderbar von der Oboe begleiteten Arie fallen die Frauenstimmen des Chors im Rezitativ mitreissend ein. Eindringlich gelingt die streng gestellte Frage der Männerstimmen: «Was betrübst Du Dich, meine Seele?» und die wiederkehrende Antwort: «Harre auf Gott.» Ein Höhepunkt ist das Quintett mit Claudia von Tilzner, Sopran, Jakob Pilgram und Emanuel Heitz, Tenor, und den Bässen Tobias Wicky und Retus Pfister.

Überwindung der Dunkelheit

Als enorm anspruchsvolles drittes Werk steht der Lobgesang op. 52, eine Sinfonie-Kantate für Soli, Chor und Orchester auf dem Programm. Mendelssohn komponierte sie 1840 im Auftrag der Stadt Leipzig zum 400. Jahrestag der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg. Die Überwindung der Finsternis durch das Licht ist allgegenwärtiges Thema, spürbar bereits in der dreisätzigen Sinfonie. Glänzend die Sopranistin Mechthild Bach in der Arie für Chor und Sopran. Bewegend der Tenor Jakob Pilgram mit der bangen Frage: «Ist die Nacht bald hin» und die jubelnde Antwort des Soprans: «Die Nacht ist vergangen.» Ein machtvoller Schlusschor entlässt ein begeistertes Publikum in den Alltag.

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