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Lieder gehen unter die Haut

Liedduo Tino Brütsch und Benjamin Engeli begeisterte die Hörer der Sonntagsmatinee im Museum Rosenegg.
Jörg Engeli

Ein Ereignis besonderer Art war die Matinee am Sonntag im Rosenegg mit dem Liedduo Tino Brütsch und Benjamin Engeli. Es kamen ausschliesslich Lieder von Oskar Ulmer zur Aufführung. Der Komponist, der viele Jahre in Kreuzlingen gelebt hatte, verstarb 1966 im Alter von 83 Jahren. Verbunden damit war die CD-Taufe mit 25 seiner über 100 existierenden Liedschöpfungen.

Der Invalide und der Steinklopfer

Grosse Anerkennung gebührt den ausführenden Musikern, sowohl für das tief beeindruckende Konzert wie auch für ihren Einsatz, ein zu Unrecht vergessenes Werk wieder zum Leben zu erwecken. Es war eine kraftvolle, differenzierte Tonsprache. Die vertonten Texte des in Gottlieben wohnhaften Emanuel von Bodman waren berührend und unter die Haut gehend. Vorgetragen wurden unter anderem das «Lied einer Mutter», «Der Steinklopfer» und «Der Invalide». Nachdenklich stimmten die Lieder nach Texten von Hermann Hesse «Glück», «Allein» und «Im Nebel». Einmalig war das Stimmungsbild des Liedes «Über allen Gipfeln ist Ruh», und ungemein tröstlich das Abendlied «Augen, meine lieben Fensterlein» mit dem aufmunternden Schluss: «Trinkt, o Augen, was die Wimper hält, von dem goldnen Überfluss der Welt.» Als Abschluss erklang dann noch ein mitreissender, froher und lebensbejahender Gesang auf den Text von Fritz Mauthner «Das Lied vom Überfluss» und als Zugabe ein dramatisches Lied nach einem Gedicht von Hesse «Die Flamme».

Die Musikstunde im Museum Rosenegg war wie im Flug vergangen und entliess eine tief bewegte zahlreiche Zuhörerschaft. Ein grosses Kompliment geht an Tino Brütsch mit seiner kraftvollen, in höchste Höhen führenden, auch im pianissimo agierenden, unerhört farbenreichen, dabei allzeit auf Textverständlichkeit achtenden Stimme. Dankbar nahm das Publikum auch die hilfreichen Erläuterungen zum Programm und zum Leben des Komponisten entgegen.

Benjamin Engeli zeigte sich während des Konzertes als mitfühlender, das musikalische Geschehen mitbestimmender Pianist – er ist wahrhaft ein Duopartner und nicht einfach «nur» Liedbegleiter.

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