Lieblingsautorin zu Besuch

ERMATINGEN. Federica de Cesco hat der Primarschule Ermatingen einen Besuch abgestattet. Ein Brief einer Schülerin hat sie dazu gebracht. Mädchen wie Buben freuten sich über ihre Erzählungen.

Nicole D'orazio
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Federica de Cesco beantwortet die Fragen der Ermatinger Primarschüler. (Bild: Nana do Carmo)

Federica de Cesco beantwortet die Fragen der Ermatinger Primarschüler. (Bild: Nana do Carmo)

Endlich ist sie da. Die Dritt- und Viertklässler von Lehrerin Jeanine Ariana sind nervös. Sie haben ein japanisches Lied zur Begrüssung von Federica de Cesco einstudiert. Die erfolgreiche Schriftstellerin freut sich darüber, und ihr japanischer Mann Kazuyuki Kitamura dankt ihnen in seiner Muttersprache. Die Stimmung ist fröhlich. Gespannt sitzen nicht nur die Kinder da, sondern auch einige Erwachsene haben sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Autorin zu sehen.

«Dieser Nachmittag hat für uns eine besondere Bedeutung», sagt Schulleiterin Marianna Reusser. «Federica de Cesco hat viele von uns durch ihr Leben begleitet.» Sie persönlich möge die genauen Beobachtungen, Beschreibungen und Menschenbilder der Autorin sehr. «Die Bücher haben mich geprägt. Sie handeln nicht nur von Freude, sondern vom Leben.»

Brief hat sie berührt

Auch die Schüler mögen die Bücher – Mädchen wie Buben. «Mir sind die vielen de-Cesco-Bücher auf den Pulten der Kinder aufgefallen, insbesondere von Stella», erzählt Ariana. «Also habe ich sie gefragt, ob sie nicht einen Brief an die Autorin schreiben möchte.» Gesagt, getan. Am nächsten Morgen schon hatte die Lehrerin den Brief in der Hand und schickte ihn der Schriftstellerin zu. «Es war unfassbar, dass sie sich bei mir gemeldet hat und heute nun sogar hier ist.»

«Der Brief von Stella hat mich berührt», erklärt Federica de Cesco. «Er ist mir aufgefallen. Was genau, kann ich nicht sagen.» Sie erzählt daraufhin, wie es zu ihrem Buch «Shana, das Wolfsmädchen» kam sowie dem Dokumentarfilm darüber von Nino Jacusso. Die Kinder haben diesen gesehen. Mit ihren Schilderungen entführt sie die Anwesenden in die Welt der Indianer im Nicola Valley in Kanada.

Ihre Katze heisst Ninja

Danach wollen die Kinder viel von ihr wissen: «Der rote Seidenschal» ist ihr ersten Buch, sie hat es mit 15 Jahren geschrieben. In der Schule schrieb sie gerne Aufsätze, das war das einzige, das sie mochte. Sie ist 77, hat eine Katze namens Ninja und wohnt in Luzern. Ihre Ideen nimmt sie aus dem täglichen Leben und schreibt etwa vier Stunden pro Tag. Ihre Bücher werden in 18 Sprachen übersetzt, und ihr Lieblingsland ist Japan.

Mit einer neuen Kurzgeschichte schliesst die Autorin den kurzweiligen Nachmittag ab.