Lieber Wellness als Zigaretten

KREUZLINGEN. Nationalrat Christian Lohr und Kliby mit seiner Caroline waren die prominenten Gäste der Kreuzlinger Kodex-Verleihung. Über hundert Jugendliche wurden für ihre Abstinenz geehrt.

Severin Schwendener
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Goldmedaille gewonnen: Jugendliche, Kliby und Vorstandsmitglieder. (Bild: Severin Schwendener)

Goldmedaille gewonnen: Jugendliche, Kliby und Vorstandsmitglieder. (Bild: Severin Schwendener)

Wer auf Alkohol und andere Suchtmittel verzichtet, tut dies hauptsächlich für sich selbst. Diese Idee steht hinter dem freiwilligen Präventionsprogramm Kodex, das Jugendliche auf ihrem Weg begleitet und ihnen mit Auszeichnungen und dem Pflanzen eines Baums nach drei Jahren auch eine greifbare Bestätigung für ihren Einsatz überreicht. So konnten auch dieses Jahr wieder mehrere Dutzend Jugendliche ihre Auszeichnungen von der Vereinspräsidentin in Empfang nehmen.

Gelebte Prävention

Respekt erwies den Teilnehmern des Programms Kodex auch der Kreuzlinger Nationalrat Christian Lohr, der von seiner ersten Rede im Parlament erzählte, die er in der Debatte um das neue Präventionsgesetz gehalten hatte. Lohr betonte die Wichtigkeit von Initiativen wie dem Kodex. «Prävention muss in der Realität stattfinden und bestehen. Weltfremde Abstinenzprogramme und Wunschdenken bringen uns nicht weiter.»

50 Franken wöchentlich gespart

Einen anschaulichen Erfahrungsbericht lieferte Kliby, der mit Caroline das Publikum unterhielt. «Ja, ich habe 34 Jahre lang geraucht», gab der Bauchredner zu. Verführt worden sei er während der Rekrutenschule; Versuche, mit dem Rauchen aufzuhören, seien gescheitert. Doch dann kamen zwei Schlaganfälle. «Ich kam aus der Intensivstation raus und sagte mir: das wars mit Rauchen!» Seither legt Kliby jede Woche 50 Franken in einen Topf – Geld, das er sonst verraucht hätte. Was er früher für Zigaretten ausgab, verwendet er nun für Wellnessferien – oder vielleicht einmal für ein Töffli für seine Enkel.