Lidl versüsste die Wartezeit

Die Eröffnung des Lidl-Supermarktes zog neugierige Kunden zum Arboner N1-Zubringer. Von Vorteil reisten diese mit dem Auto an und hatten gestern zusätzlich genügend Zeit zur Verfügung. Denn rund eine Stunde nach Türöffnung streikten die Kassen während einer Viertelstunde.

Andrea Kern
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Vor dem Lidl konnten sich die Besucher am gestrigen Eröffnungstag gratis verköstigen lassen. (Bild: Andrea Kern)

Vor dem Lidl konnten sich die Besucher am gestrigen Eröffnungstag gratis verköstigen lassen. (Bild: Andrea Kern)

Gelbe Ballone zieren die Umgebung des in wenigen Augenblicken öffnenden Supermarktes Lidl im Arboner Industriequartier. Sicherheitsleute und Angestellte rücken noch die letzten Tafeln zurecht. Im Pavillon vor dem Gebäude können die Kunden bereits erste Häppchen degustieren. Die Besucher reihen sich jedoch lieber in die Schlange vor dem Eingang, ausgerüstet mit einem grossen Einkaufswagen.

Kartonschachteln im Kühlregal

Eine Minute nach acht Uhr öffnen sich die Schiebetüren, und die rund 20 bis 30 Leute strömen in den Supermarkt. Während sich die Besucher zwischen den Regalen verteilen, warten hinter den Kassen auffallend viele Angestellte, je zwei sind an jeder Kasse eingeteilt.

Im Laden ist es ruhig, keine Hintergrundmusik lenkt die Kunden ab. Diese studieren konzentriert die angebotenen Produkte, die in Kartonschachteln auf Paletten aufgestapelt sind. Sogar im Kühlregal befinden sich die Produkte noch in den ursprünglichen Verpackungsschachteln.

Kein Umrechnen mehr nötig

«Wollen wir mal das Gemüse anschauen», fragt eine Dame ihre Kollegin. Dieses befindet sich zwischen dem Wein und einem Regal mit Akkubohrern, Flachbildschirmfernsehern, Karaoke-Sets und weiteren technischen Geräten. Das Gemüse müssen die Kunden nicht selber wiegen. Lediglich zur Kontrolle steht eine Waage zur Verfügung, die Preisermittlung erfolgt direkt an der Kasse.

Interessant ist die Aufteilung der Produkte auch an anderen Orten: Tee und Gewürze befinden sich direkt oberhalb der Kühltruhe mit den Glaces, und die Eier haben unterhalb des Olivenöls ihren Platz gefunden. Die Eierbecher liegen hingegen neben den Armbanduhren. So eine wird gerade von einem Herrn genauer betrachtet. «Jetzt müssen wir nicht mehr von Euro in Franken umrechnen», erinnert er seine Begleiterin, nachdem er ihr den Preis genannt hat.

Mit Humor nehmen

Auf der anderen Seite strömt der Duft von frisch gebackenem Brot in die Nase. Präsentiert wird es vor riesigen Plakaten mit Gipfeli und Brötchen. In den Gängen zwischen den Regalen bilden sich immer mal wieder Grüppchen von Kunden, die sich über das Angebot unterhalten. «Schau mal, die orangen Blumen sind noch schön.» Wer wegen der Pflanzen gekommen ist, darf nicht mehr allzu lange warten, denn diese gibt es heute im Sonderangebot.

Die Einkaufswagen füllen sich mit bekannten Marken- und noch nie gesehenen Eigenprodukten. Zeitweise verstopfen sie die Gänge so, dass kaum mehr ein Durchkommen möglich ist.

«Wenn Sie Unterstützung brauchen, sagen Sie es», bietet ein Herr in Anzug einer Angestellten an. Wie freundlich das Personal wirklich ist, zeigt sich, als wenig später keine Kasse mehr funktioniert. «Es kann sich nur noch um Stunden handeln», versichert der Regionalleiter mit Humor die wartenden Kunden. Diese bleiben gelassen. Schliesslich verteilen die Angestellten unermüdlich Süssigkeiten. «Ich sehe das mit Humor», meint eine Dame. «Die sollen doch die Leute ohne Bezahlen durchlassen», entgegnet ihr ein Herr schmunzelnd. Eine Viertelstunde später ertönt wieder ein Piepsen. «17 Franken bitte, jetzt geht es schnell», sagt die Kassiererin. «Und danke für Ihre Geduld.»

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