Leuchtturm

Trittst im Morgenrot daher Als ich neulich in St. Gallen einkaufen ging, wurde ich von einem jungen, gut aussehenden Jungsozialisten angesprochen. Er und ein Freund waren auf der Strasse unterwegs, um Unterschriften für eine Initiative zu sammeln.

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Trittst im Morgenrot daher

Als ich neulich in St. Gallen einkaufen ging, wurde ich von einem jungen, gut aussehenden Jungsozialisten angesprochen. Er und ein Freund waren auf der Strasse unterwegs, um Unterschriften für eine Initiative zu sammeln. Es entwickelte sich ein kurzes und anregendes Gespräch.

Erst später wurde mir bewusst, wie schön es eigentlich ist, in einem demokratischen Land zu sein. Ich halte mich für keine sehr patriotische Schweizerin, jedoch schätze ich es, in einem der wenigen Bundesstaaten zu leben, bei welchem auch lokale Bedürfnisse berücksichtigt werden und die freiheitlich-demokratische Ordnung relativ stabil ist. Es ist schön, seine Meinung öffentlich aussprechen zu dürfen, ohne gleich gesetzlich verurteilt und bestraft zu werden. Es könnte mir wirklich schlechter gehen; ich denke dabei an die momentane Lage Ägyptens und die Massenproteste gegen Präsident Mursi. Ich bin froh, dass ich weder vor Schiessereien noch vor herumfliegenden Brandbomben Angst haben muss so wie unzählige ägyptische Protestierende.

Solche schrecklichen Zustände erinnern mich immer wieder daran, wie wichtig es ist, sich für Wahlen und Abstimmungen zu interessieren. Es ist wirklich bedenklich, dass nicht einmal die Hälfte der stimmberechtigten Bürger einen Wahlzettel abgibt! Das Beispiel an Ägypten sollte klar zeigen, wie froh wir um eine Mitbestimmung sein können, denn diese Freiheit ist nicht selbstverständlich. Heidi Furrer