Leuchtturm

Die Hinrichtung Es war einmal ein böser Junge. Seine Mutter liebte ihn von ganzem Herzen und bat ihn inständig, gut zu sein. Aber es half nichts, es wurde immer schlimmer. Als er grösser wurde, machte es ihm Spass, andere Menschen zu verletzen.

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Die Hinrichtung

Es war einmal ein böser Junge. Seine Mutter liebte ihn von ganzem Herzen und bat ihn inständig, gut zu sein. Aber es half nichts, es wurde immer schlimmer. Als er grösser wurde, machte es ihm Spass, andere Menschen zu verletzen. Eines Tages erschlug er einen alten Mann seines Geldes wegen. Er wurde von einer Frau beobachtet, die die Polizei alarmierte. Er kam ins Gefängnis. Für sein Verbrechen kam er vor Gericht und wurde von den Geschworenen für schuldig befunden.

Das Urteil wurde verkündet: «Schuldig des Mordes! Du wirst so lange hängen, bis Du tot bist.» Sogar im Gefängnis hatte man Angst vor ihm. Eines Tages sagte der Aufseher: «Nächste Woche wirst Du sterben.» Seine Mama machte ihren letzten Besuch. Sie sagte: «Ich liebe Dich, mein Kleiner, und ich werde alles für Dich tun, alles, was ich kann.» In dieser Nacht wurde es dem Verbrecher bewusst, dass er am nächsten Tag gehängt werden sollte, und so bat er den Richter um Begnadigung. Das wurde jedoch abgelehnt. Er weinte die ganze Nacht und schrie in seiner Zelle: «Ich bin zu jung zum Sterben!»

Als er am nächsten Morgen abgeholt wurde, sagte der Aufseher: «Du kannst nach Hause gehen, es wird jemand anders gehängt für Deine Schuld.» – «Wer denn?», wollte der Übeltäter wissen. «Deine Mutter!»

Wussten Sie, dass noch jemand hingerichtet wurde für Sie? Er wusste, dass wir in Schwierigkeiten sind. Er hat sich an ein Stück Holz nageln lassen, ist auf erbärmliche Art verreckt, um für uns den Weg frei zu machen. Er zeigte, dass durch frommes Getue, scheinheiliges Gequassel und religiöse Traditionen niemand zu Gott kommen kann. Frohe Ostern!

Beatrice Schild

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