Lesung in einem Wohnzimmer

KREUZLINGEN. Bei Hanni Knüsel zu Hause sorgte die Schauspielerin Astrid Keller für einen spannenden Abend. Sie las aus dem Buch «ausser sich» der Autorin Ursula Fricker.

Barbara Hettich
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Astrid Keller liest vor und zieht die Zuschauer sofort in ihren Bann. (Bild: Barbara Hettich)

Astrid Keller liest vor und zieht die Zuschauer sofort in ihren Bann. (Bild: Barbara Hettich)

Fast im Minutentakt klingelt es an der Haustür. Hanni Knüsel ist als Gastgeberin im Element und begrüsst ihre Gäste – einige kennt sie, andere sieht sie zum erstenmal. Ihr Wohnzimmer hat sie für diesen Abend umgestaltet. In Reih und Glied stehen Polster- und Gartenstühle. «Ich freue mich ausserordentlich, dass die Schauspielerin und Regisseurin Astrid Keller bei mir liest», sagt Hanni Knüsel. Man dürfe sich auf einen hochstehenden Abend freuen.

Zeit verfliegt wie im Flug

Sie hat nicht zu viel versprochen. Astrid Keller versteht es grossartig, ihre Zuhörer in den Bann zu ziehen. Die Zeit verfliegt wie im Flug. Die Geschichte spielt sich durch die Situationsbeschreibungen der Autorin vor dem inneren Auge ab, sie spitzt sich zu und gerade als die Hauptakteurin auf der Intensivstation des Spitals um das Leben ihres Mannes bangt, bricht Astrid Keller die Lesung ab. Gnädigerweise erzählt sie beim anschliessenden Apéro doch noch, wie die Geschichte endet. Die Autorin Ursula Fricker sei wie sie aus Schaffhausen, lebe in Berlin und sei dieses Jahr für den Schweizer Buchpreis nominiert. «Eine Buchhändlerin hat mich auf diese Autorin aufmerksam gemacht», sagt Astrid Keller.

Schön, wenn jemand vorliest

«Es war einfach grossartig», schwärmt Rosemarie Weishaupt. Ganz anders, als wenn man selbst liest. Sie werde sich dieses Buch kaufen. Auch Jddamarie Felkay ist begeistert. «Es ist sehr schön, wenn jemand in einem solchen Rahmen vorliest, mit einem Hörbuch ist das nicht zu vergleichen.»

Das Format «Literatur in Häusern» wurde vor elf Jahren vom Stadtmarketing Konstanz ins Leben gerufen. «Ich finde das eine tolle Idee», sagt Hanni Knüsel. Sie besuchte Lesungen in Konstanz, war in verschiedensten Häusern zu Gast, und als dann Kreuzlingen mit einbezogen wurde, habe sie sich gerne als Gastgeberin zur Verfügung gestellt. «Ich habe wunderbare Abende erlebt, die Gäste fühlen sich bei mir wohl», sagt sie, schenkt Wein nach und sorgt dafür, dass auch die letzten Häppchen noch gegessen werden.

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