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«Lernen fasziniert mich»

Seit 19 Jahren arbeitet Rolf Schönenberger in der Sekundarschule Bürglen. Als Schulleiter ist er mitverantwortlich für den grossen Wandel in der Unterrichtsform und die Gründung der Thurgauer Sporttagesschule. Nun hat er gekündigt.
Mario Testa
Der langjährige Schulleiter Rolf Schönenberger in seinem Büro in der Sekundarschule Bürglen. (Bild: Mario Testa)

Der langjährige Schulleiter Rolf Schönenberger in seinem Büro in der Sekundarschule Bürglen. (Bild: Mario Testa)

Herr Schönenberger, Ende Januar beenden Sie Ihr langjähriges Engagement an der Sekundarschule Bürglen. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Rolf Schönenberger: Ich will noch etwas anderes ausprobieren. Ich bin nun seit fast 19 Jahren hier bei der Sekundarschule Bürglen angestellt und bin 51 Jahre alt. Es ist der richtige Zeitpunkt für mich, nun nochmals eine neue Herausforderung anzugehen.

Wissen Sie schon, wo und was Sie künftig arbeiten werden?

Schönenberger: Nein, ich mache jetzt zuallererst einmal eine Pause. Ich habe als Schulleiter viel Energie in die Schule und ihre Entwicklung gesteckt. Zudem arbeite ich weiterhin auch als Berater für Schulen im In- und Ausland und gebe Weiterbildungen. Ich finde es spannend zu sehen, was jetzt auf mich zukommt – das ist auch ein kleiner Luxus.

Waren Sie gerne Schulleiter hier an der Sekundarschule Bürglen?

Schönenberger: Ja, sehr. Das Thema Lernen fasziniert mich, auch weil es dafür kein Patentrezept gibt. Jedes Kind und jeder Erwachsene lernt anders, das ist sehr individuell. Deshalb habe ich mir bei meiner Arbeit stets die Frage gestellt, wie man erreichen kann, dass möglichst viele Schüler lernen. Mein Motto ist immer: «Stärken zu stärken ist viel einfacher als Schwächen abzuschwächen.»

Ist Ihre Antwort darauf das Schulkonzept mit Lernlandschaften?

Schönenberger: Lernen hängt nicht primär von der Struktur des Schulunterrichts ab. Es geht vielmehr darum, Kooperationen – also die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Schülern und zwischen den Schülern – in den Vordergrund zu stellen. Das klassische 45-Minuten-Lektionen-Modell «verhebet» da nicht.

Ist die Zusammenführung der Real- und Sekundarschule ein Teil von einer besseren Zusammenarbeit?

Schönenberger: Das ist sicher ein wichtiger Schritt, es geht alles nur schrittweise, nicht von heute auf morgen. Bei uns in Bürglen begann diese Zusammenführung schon vor 15 Jahren. Die Einteilerei von früher in gute Schüler/schwache Schüler funktioniert sicher nicht mehr. Jetzt, wo bei uns alle Schülerinnen und Schüler im gleichen Raum arbeiten, funktioniert die Zusammenarbeit gut.

Mussten sich auch die Lehrer den neuen Gegebenheiten anpassen?

Schönenberger: Ja, absolut. Seit ich 1983 die Lehrerausbildung abschloss, hat sich der Beruf komplett gewandelt – so auch bei uns in Bürglen. Aber ich bin überzeugt, der Wandel hat nur geklappt, weil alle mitgearbeitet haben. Alleine schafft man das nicht – das ist Teamarbeit.

Wie hat sich die Sporttagesschule in Bürglen entwickelt?

Schönenberger: Wir haben 2002 mit dem U15-Team Thurgau angefangen. Jedes Jahr wurde der Betrieb der Sporttagesschule komplexer. Dies führte dazu, dass wir vor vier Jahren ein neues System einführten. Seither können die Fussballtalente auch morgens trainieren.

Hat die Sporttagesschule Erfolg?

Schönenberger: Ja, absolut. Nicht zuletzt dank Hanspeter Meier. Er ist ein super Ausbildner und ein guter Pädagoge. Seit 2012 arbeiten wir auch mit dem Fussballförderprogramm des FC St. Gallen und des FC Wil unter dem Namen «Future Champs Ostschweiz» hier in Bürglen zusammen. Dort können die allergrössten Talente trainieren.

Schaffen viele Spieler den Sprung in den Profifussball?

Schönenberger: Leider nicht. Umso wichtiger ist auch die Arbeit der Lehrer. Ihnen gelingt es immer wieder, die Leidenschaft der Schüler für Fussball auch in eine Leidenschaft für einen Beruf umzumünzen. Der eigentliche Erfolg unserer Schule ist, dass kein einziger Schüler die Schule ohne Lehrstelle verlassen hat – und damit meine ich nicht nur die Sportschüler.

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