Lehrer-Tod und Velounfall

Arbon Mitten aus seinem Arbeitsfeld herausgerissen durch die rauhe Hand des unerbittlichen Todes wurde gestern vormittag Lehrer Karl Baumgartner, geb. 1876.

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Arbon Mitten aus seinem Arbeitsfeld herausgerissen durch die rauhe Hand des unerbittlichen Todes wurde gestern vormittag Lehrer Karl Baumgartner, geb. 1876. Wie gewohnt trat er auch an diesem Morgen vor dem Schulhaus mit seinen Kollegen zusammen, gewiss selbst nicht ahnend, dass dies sein letzter Gang sein sollte. Kaum war eine halbe Stunde verflossen, so lag der anscheinend stark gebaute Mann bewusstlos am Boden, vom Schlage getroffen. Durch von den erschreckten Schülern herbeigerufene Kollegen wurde ihm die erste Unterstützung zu- teil; rasch war auch der Arzt zur Stelle; aber jede menschliche Hilfe war umsonst. Es stellte sich heftiges Erbrechen ein; das Bewusstsein kehrte nicht mehr zurück und so musste er seiner zu Tode erschrockenen Frau heimgebracht werden. Bereits um halb ein Uhr war der Mann, der noch lange hätte wirken sollen, eine Leiche. Ein Zufall wollte es, dass Lehrer Baumgartner fast bis auf den Tag genau zehn Jahre in Arbon wirken durfte. Allen, die ihn näher kannten, galt er als gewissenhafter Lehrer, der treu seine Pflicht erfüllte. Näherstehende fanden den nun Dahingeschiedenen schon vor Wochen etwas verändert, sowohl im Aussehen als auch hinsichtlich der geistigen Frische. Aber auch diese traf der plötzliche Tod des Kollegen wie ein Blitz aus heiterem Himmel, und wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Trauernachricht durch das Städtchen. Das Mitleid mit der schwer geprüften Frau und der einzigen Tochter ist aufrichtig und allgemein. Im öffentlichen Leben leistete Lehrer Baumgartner der Gemeinde grosse Dienste als Obmann der freiwilligen Feuerwehr, weshalb er auch auswärts bekannt war.

Wängi Letzten Dienstag abend wurde der etwa 40jährige Hausierer K. von M. zwischen Rosenthal und Wängi in der Dunkelheit von zwei Velofahrern überfahren. Die beiden Velofahrer stürzten natürlich und verlangten dann von K. der eine 5 Fr.; der andere 1 Fr. Entschädigung, was K. dann wohl oder übel bezahlte, wahrscheinlich um weiteren Grobheiten zu entgehen.