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LEERE LADENFLÄCHEN: "Es tötelet in Romanshorn - die Stadtentwicklung verstehe ich nicht"

Lädelisterben im Zentrum: Gleich drei langjährige Detaillisten und eine Bank schliessen ihre Türen. Stadtentwicklerin Nina Stieger will gegen die leeren Ladenflächen vorgehen.
Tanja von Arx
Das leerstehende Schuhgeschäft Haberer an der Alleestrasse. Hier wünscht sich der Stadtrat wieder mehr Leben. (Bild: Reto Martin)

Das leerstehende Schuhgeschäft Haberer an der Alleestrasse. Hier wünscht sich der Stadtrat wieder mehr Leben. (Bild: Reto Martin)

Tanja von Arx

tanja.vonarx@thurgauerzeitung.ch

Es tötelet in Romanshorn. Vor allem ausserhalb des Stadtzentrums stehen Ladenflächen im Erdgeschoss mehrerer Überbauungen leer, etwa beim Weitenzelg – und das seit Jahren. Grund dafür sind offenbar Bauvorschriften, die für Investoren Anreize schaffen, nur in den oberen Stockwerken Wohnungen zu realisieren. Andererseits gibt es auch leere Ladenflächen im eigentlichen Zentrum wie an der Alleestrasse und im Geschäftshaus auf dem Areal des früheren Bodan.

Boni an peripherer Lage

Zwecks Belebung und Attraktivitätssteigerung wünscht sich die Stadt eine Konzentration besagter Ladenflächen in der Innenstadt. «Ich verstehe nicht, weshalb Erdgeschosse jahrelang leer gelassen werden», schreibt Stadtentwicklerin Nina Stieger auf Facebook. Oft würden zu hohe Mieten verlangt. «Eine Gewerblerin hat mir mal gesagt, wahrscheinlich, damit nebenan die Miete nicht gesenkt werden müsse.» Stieger sagt weiter, dass dem Gewerbe an peripheren Lagen vielerorts Boni oder Nutzungserhöhungen zugestanden würden. «Preissenkungen zogen das für den Stadtkern wichtige publikumsorientierte Gewerbe ab und führten zu individuellen Begehren um die Freigabe von Erdgeschossen für nicht aussenraumbezogene Nutzungen.»

Auf Nachfrage teilt der Stadtrat mit, dass er Massnahmen ergriffen habe. Erstens sei das Baureglement dahingehend geändert worden, dass die publikumsorientierte Nutzung von Erdgeschossen in einer Kernzone gefördert werde. Zudem werde ausserhalb der Kernzone auf Nutzungsboni für Gewerbe in Mischzonen verzichtet. Das Baureglement befindet sich laut Stieger derzeit in Revision. Zweitens habe man kürzlich Leitlinien für die Nutzung des öffentlichen Grundes erarbeitet. Drittens enthalte der Gestaltungsrichtplan Innenstadt Aufwertungsmassnahmen für Freiräume und lege publikumsorientierte Nutzungen fest sowie Fusswegverbindungen, um die Laufkundschaft zu fördern. Viertens habe man Eingaben für das Aggloprogramm des Bundes zur Mitfinanzierung von Infrastrukturmassnahmen gemacht. Dazu zählen die Gleisquerung Bahnhof Süd und Aufwertungsmassnahmen in der Innenstadt. Der Bundesrat habe diese als prioritäre Massnahmen definiert, sagt Stieger.

Laut der Stadtentwicklerin sind im Zentrum Kaffees, Restaurants und Bars, aber auch Banken, der Wochenmarkt, Schuhgeschäfte oder Lebensmittelläden erwünscht. Hingegen nicht willkommen sind auf Strassen mit publikumsorientierten Nutzungen Betriebe, die unter Tag auf Umschlag von grossen Gütermengen angewiesen sind, Geschäfte, die keine Laufkundschaft erzeugen und Lieferservices wie Pizzakuriere.

Auf die Frage, wann sich denn die Situation ändern werde, sagt Stieger: «Zur Zeit ist infolge neuen Verhaltens der Bevölkerung, so Interneteinkauf oder Shopping im Ausland, schweizweit ein Strukturwandel im Gange. Neben städtischem Engagement sind private Initiativen unerlässlich. Die Eigentümer der Liegenschaften sollten die Preise der Erdgeschosse so gestalten, dass sie erschwinglich sind.» Auch wären harmonisierte, auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtete Öffnungszeiten erwünscht. «Die Stadt ist zuversichtlich, dass sich der Kern zu einem attraktiven Verweil- und Einkaufsort ent- wickeln wird.»

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