Lea segelt an die EM

Heute fährt die 12jährige Lea Rüegg aus Romanshorn für zwei Wochen an die Europameisterschaft der Optimistensegler nach Polen. Mit Köpfchen und Kraft will sie ans Ziel.

Christa Kamm-Sager
Drucken
Teilen
Auf dem Wasser in ihrem Boot «Optimiststück» fühlt sich die junge Seglerin in ihrem Element. (Bild: zVg)

Auf dem Wasser in ihrem Boot «Optimiststück» fühlt sich die junge Seglerin in ihrem Element. (Bild: zVg)

romanshorn. Zwei Wochen in der Schule fehlen, das ist schon etwas Besonderes. Für Lea Rüegg aber ist es nicht das erste Mal. «Ich habe schon ein paar Mal gefehlt wegen verschiedener Meisterschaften in der Schweiz und in anderen Ländern.» Den verpassten Schulstoff habe sie dann immer nachbüffeln müssen. Jetzt fehlt sie wieder zwei Wochen – doch diesmal werde es wohl nicht so viel nachzuholen geben, hofft sie. «Zwei Wochen vor den Sommerferien läuft nicht mehr gerade so viel in der Schule.

» Dafür wird bei der 12jährigen Sportlerin in den nächsten beiden Wochen umso mehr los sein.

Sieben Buben und Mädchen

Lea Rüegg fährt zusammen mit sechs anderen Buben und Mädchen aus der Deutsch- und Westschweiz an die Europameisterschaft der Optimistklassen nach Kamien Pomorski in Polen. Die Romanshorner Seglerin hat sich an den Selektionsregatten in Le Havre (F) und Workum (NL) für die EM qualifizieren können. Mit dabei ist auch ihr eigener Optimist, der kleinste Segelboottyp, den es gibt.

Getauft hat sie ihr Boot – ein Weihnachtsgeschenk – auf den Namen «Optimiststück». Die Gruppe aus der Schweiz fährt mit zwei Autos und Anhängern nach Polen. «Ich will gar nicht wissen, wie weit es ist», meint die Romanshornerin. Andererseits habe sie sich mittlerweile an die langen Autofahrten gewöhnt.

Familiensport

Segeln ist Familiensport bei Rüeggs, neben den Eltern ist auch der 15jährige Bruder Felix erfolgreich auf dem Wasser.

Die Geschwister trainieren im Regionalkader des «Swiss Sailing Team Bodensee», dem Regionalverband Bodensee/Rhein. «Leider trainieren wir nur einmal pro Woche, ich würde gerne öfters aufs Wasser.» Mitglied sind sie aber immer noch im Yachtclub Arbon, unter dessen Verantwortung in der Region die Ausbildung der Optisegler steht.

Für die Eltern ist Leas Sport finanziell kein unbedeutender Posten im Haushaltsbudget, deshalb sei die Sponsorensuche derzeit ein grosses Thema, so Ingrid Rüegg. «Wir haben nicht damit gerechnet, dass sich Lea für die EM qualifiziert.»

«Bestes Schweizer Mädchen»

Dass Segeln ein Einzelkämpfersport ist, macht Lea nichts aus: «Das ist gut für mich. Mit den Team-Races gibt es ja auch noch Gruppenwettkämpfe.»

Ziel für die Europameisterschaft hat sie sich kein bestimmtes gesetzt. «Aber als bestes Schweizer Mädchen möchte ich gerne nach Hause kommen.»

Aktuelle Nachrichten