Lausbub plaudert über «Gütterlitökter»

Der begnadete Erzähler und Autor Peter Eggenberger gibt Einblick in die faszinierende Welt der Appenzeller Heiler und Naturärzte. Er hält er am 30. September im katholischen Pfarreizentrum Weinfelden einen Vortrag über Heilpraktiker und die Kraft des Lachens.

Werner Lenzin
Merken
Drucken
Teilen
Peter Eggenberger an seinem Arbeitsplatz in Wolfhalden. (Bild: pd)

Peter Eggenberger an seinem Arbeitsplatz in Wolfhalden. (Bild: pd)

Herr Eggenberger, Sie werden Ende September Ihre Zuhörer mit dem Thema «Naturheilärzte» unterhalten. Was ist der Hintergrund?

Peter Eggenberger: Die geschichtlichen Zusammenhänge rund um die freie Heiltätigkeit im reformierten Ausserrhoden sowie die Klostermedizin im appenzellischen Innerrhoden interessieren mich seit langem. Als freiberuflicher Journalist habe ich oft darüber publiziert. Die so erarbeiteten Grundlagen fliessen auch in meine Bücher und Vorträge ein.

Sie haben in einem Ihrer neuesten Werke die Thematik der «Gütterlitökter» aufgenommen. Hat dies einen Zusammenhang mit Ihrem einst erlernten Beruf?

Eggenberger: Das Interesse an den Naturärzten, Heilpraktikerinnen oder eben den «Gütterlitöktern» hat in erster Linie mit meinem Interesse an historischen Zusammenhängen, aber natürlich auch mit meinem Erstberuf Drogist zu tun.

Was möchten Sie bei Ihren Zuhörerinnen und Zuhörern mit diesem Einblick bewirken?

Eggenberger: Mit dem Referat gehe ich auf die erwähnten Zusammenhänge ein. Das vielschichtige Thema «Gesundheit» umfasst auch die Bereiche Appenzeller «Heilbädli», die grosse Zeit der Molkenkuren, die zeitweilig angewandte «Kuhstallduft-Therapie» und natürlich originelle Patienten, womit wir bei den im Referat angekündigten «Luusbuebe» wären. Und klar, dass ich als Witzweg-Erfinder die appenzellischen Heilspezialitäten mit einem Augenzwinkern an die Zuhörer bringe, Humor und Lachen sind garantiert.

Ihre Devise lautet: Lachen ist gesund. Können Sie dies näher umschreiben?

Eggenberger: Ich bin überzeugt, dass stilles Schmunzeln und herzhaftes Lachen Balsam für Geist, Seele und damit auch den Körper sind. Richtigerweise sagt der Volksmund «Lachen ist gesund», «Lachen ist die beste Medizin mit ausschliesslich positiven Nebenwirkungen». Weitere Ausführungen erübrigen sich, zumal es zahlreiche Studien rund um die heilende Kraft des Lachens gibt.

Was sollen die Zuhörerinnen und Zuhörer nach dem Vortragsabend mit nach Hause nehmen?

Eggenberger: Ich hoffe, dass Zuhörerinnen und Zuhörer am Schluss sagen können: «Ich habe viel Neues erfahren und mich dabei köstlich amüsiert.»

Was geben Sie aus Ihrer Lebenserfahrung als Fremdenlegionär, Drogist und Lehrer weiter?

Eggenberger: Auch in vermeintlich schwierigen Situationen den Humor nicht verlieren. Das galt in der Fremdenlegion und gilt im zivilen Alltag, kurz: überall.

Stehen nebst den Vorträgen auch weitere Publikationen von Ihnen auf dem Programm?

Eggenberger: Eben ist mein neuer Krimi «Tod eines Wunderheilers» erschienen. Es ist die Geschichte eines Scharlatans, der sich die Freiheiten im Appenzellischen zunutze macht und so auf Kosten Kranker zum schnellen Geld kommen will. Sensationelle Heilungen sorgen anfänglich für Aufsehen, Patientenzulauf und positive Schlagzeilen. Dann aber kommt Sand ins Getriebe, und die Region steht vor einem Scherbenhaufen. Und es bleibt die Frage: Wer hat den Wunderheiler ermordet?