Lauf, kleiner Hund, lauf

Grosse, kleine, junge und alte Hunde haben am Sonntag beim Dogrun in Heldswil teilgenommen.

Katharina Brenner
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Hunderennen in Heldswil: Ein Terrier rennt dem Ziel und seinem Herrchen entgegen. Kleinere Hunde wie er starten in eigenen Kategorien. (Bild: Andrea Stalder)

Hunderennen in Heldswil: Ein Terrier rennt dem Ziel und seinem Herrchen entgegen. Kleinere Hunde wie er starten in eigenen Kategorien. (Bild: Andrea Stalder)

Grosse, kleine, junge und alte Hunde haben am Sonntag beim Dogrun in Heldswil teilgenommen.

Es riecht nach frisch gemähtem Gras. Und es klingt nach Hund auf der grossen Wiese in Heldswil. Hunde mit langen Schnauzen und welche mit platten bellen, knurren, jaulen, fiepen und hecheln. Unter das Bellen mischen sich Menschenrufe: «Hopp, hopp, hopp!» und «Komm, Aila, schneller, schneller.» Trotz der Rufe ihrer Besitzer hat es Aila, ein Mischling, etwas Windhund ist dabei, nicht eilig.

Dabei soll sie doch laufen so schnell sie kann, so schnell wie der Wind oder zumindest wie die Teile von Windhund, die sie in sich trägt. Auf einer eingezäunten Strecke muss Aila drei Hürden nehmen: eine etwa 30 Zentimeter hohe Folienwand, ein kleines Bällebad und eine erhöhte Fläche, etwa zehn Zentimeter hoch, etwa einen Meter breit. Aila läuft die Strecke ohne Probleme. Ihre Besitzer empfangen sie mit Streicheleinheiten am Ende der Rennbahn, sagen aber auch: «Das kannst du eigentlich schneller.»

Hindernisse und Bänder

Gegenüber der Rennbahn für die grossen Hunde gibt es eine zweite für die kleinen und solche, die mindestens zehn Jahre alt sind. Die Strecke ist etwas kürzer, und die Hindernisse sind andere: eine Kiste, gefüllt mit Sägemehl, ein Stück Holz, etwa zehn Zentimeter hoch, und mit Bändern, die über der Bahn gespannt flattern.

Auf dieser Rennbahn startet jetzt ein Mops. Die Zunge hängt aus seinem Maul, mit den kleinen kräftigen Beinen drückt er sich vom Boden ab. Der Mops ist schnell, ohne Probleme nimmt er die Hürde aus Sägemehl und die Holzwand. Doch dann, wenige Zentimeter vor den Bändern, bleibt er plötzlich stehen. Der Mops schaut nach rechts und nach links. Die Bänder links von ihm wehen, für den Mops tut sich eine Öffnung auf in der vermeintlich undurchdringlichen Bänderwand. Er verlagert das Gewicht seines gedrungenen Körpers nach hinten, drückt die Beine ab und rennt weiter so schnell wie zu Beginn bis ans Ende der Strecke. Dort wartet seine Besitzerin auf ihn. Sie streckt die Arme aus und tätschelt das Tier.

Langhaarige Pekinesen

«Das ist aber ein schöner Mops», sagt eine Besucherin zu einer anderen. Die beiden sitzen auf einer Holzbank vor der Rennbahn. In den Händen halten sie je eine Leine, an deren Enden zwei Pekinesen auf dem Boden liegen. Die Beine der Tiere sind unter dem langen Fell versteckt. Beide haben den Kopf auf den Boden gelegt, der eine döst, der andere schaut auf das Feld gegenüber der Rennbahn, unbeeindruckt von dem Treiben um ihn. Vielleicht erholen sich die Pekinesen gerade von ihrem Lauf, vielleicht tanken sie Energie für den bevorstehenden. Oder aber sie fragen sich, was hier eigentlich passiert – die vielen anderen Hunde, die eingezäunte Strecke mit dem Sägemehl, der kleinen Wand aus Holz und den flatternden Bändern. Und am Ende der Strecke stehen die Hundebesitzer, die klatschen und rufen und pfeifen. Die Menschen in Heldswil wirken sehr glücklich – vielleicht geht das den Pekinesen durch den Kopf.