Laubeggstrasse: Stadtrat stellt Projekt für Verlängerung zurück

BISCHOFSZELL. Stadtpräsident Thomas Weingart tönte es an der öffentlichen Informationsveranstaltung vom 9. September an, jetzt ist es Gewissheit: Das Projekt für eine Verlängerung der Laubeggstrasse in Richtung Bitziquartier wird zurückgestellt und überarbeitet.

Georg Stelzner
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Die Laubeggstrasse führt am alten Schlachthaus (im Hintergrund) vorbei und ist für viele Jugendliche Teil ihres Schulweges. (Bild: Georg Stelzner)

Die Laubeggstrasse führt am alten Schlachthaus (im Hintergrund) vorbei und ist für viele Jugendliche Teil ihres Schulweges. (Bild: Georg Stelzner)

BISCHOFSZELL. Stadtpräsident Thomas Weingart tönte es an der öffentlichen Informationsveranstaltung vom 9. September an, jetzt ist es Gewissheit: Das Projekt für eine Verlängerung der Laubeggstrasse in Richtung Bitziquartier wird zurückgestellt und überarbeitet. Ursprünglich hatte der Stadtrat beabsichtigt, der Gemeindeversammlung am 1. Dezember ein Kreditbegehren in Höhe von 625 000 Franken zu unterbreiten, um dieses Bauvorhaben ausführen zu können. Die skeptischen Voten an besagtem Anlass haben die Behörde zum Umdenken bewogen.

Angst um die Sicherheit

«Direkt betroffene Einwohner haben damals Bedenken geäussert, welche der Stadtrat nicht ausser acht lassen kann», begründet Weingart den Entscheid. Der Stadtpräsident erinnert daran, dass Anwohner befürchtet hätten, die neue Strassenverbindung könnte zu einem Schleichweg werden und die allgemeine Sicherheit aufgrund des zu erwartenden höheren Verkehrsaufkommens drastisch sinken. Der Umstand, dass die Laubeggstrasse zudem ein vielbenutzter Schulweg sei, habe die Bedenken gegenüber dem Strassenprojekt noch verstärkt.

«Demokratischer Prozess»

Als Zurückkrebsen will Weingart die Reaktion des Stadtrates nicht verstanden wissen. Eine Niederlage sei es schon gar nicht. Vielmehr handle es sich um die Rücksichtnahme gegenüber einer grossmehrheitlich kritischen Haltung von Anstössern. «Das ist ein normaler demokratischer Prozess», betont der Stadtpräsident. Auf diese Weise gebe man der Bürgermeinung Gewicht und das solle auch so sein.

Weingart lässt jedoch auch keine Zweifel daran, dass der Stadtrat entschlossen ist, das Projekt einer Verlängerung der Laubeggstrasse zu realisieren. «Wir werden jetzt zusammen mit Vertretern der Anwohner sowie mit der Schulbehörde und der Verkehrskommission alternative Lösungsvorschläge ausarbeiten und Ingenieure mit den entsprechenden Variantenstudien beauftragen», erklärt der Stadtpräsident das weitere Vorgehen. Das Resultat solle wiederum an einer öffentlichen Orientierungsversammlung vorgestellt werden, kündigt Weingart an. Dies werde voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres sein. Im Anschluss daran werde der Stadtrat über die weiter zu verfolgenden Massnahmen Beschluss fassen.

Stimmbürger entscheiden

Ob ein neues Strassenprojekt am Ende überhaupt verwirklicht wird, werden nach den Worten Weingarts die Stimmberechtigten zu entscheiden haben – entweder an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung oder im Rahmen einer Urnenabstimmung. Das sei noch offen.

Das Schicksal des ehemaligen Schlachthauses ist aber so oder so besiegelt, wie der Stadtpräsident bekräftigt. Die unter dem Namen «Laubegge» bekannte Liegenschaft werde im Laufe des Jahres 2016 abgebrochen.

Thomas Weingart Stadtpräsident von Bischofszell (Bild: Reto Martin)

Thomas Weingart Stadtpräsident von Bischofszell (Bild: Reto Martin)