LANGRICKENBACH: Verirrt im Maisfeld

Andreas Beurer und Marc Azzali versuchen sich an einem neuen Projekt: Bald soll man nach Lust und Laune durch ein Pflanzenlabyrinth irren können. Doch das ist noch nicht alles.

Viola Stäheli
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Andreas Beurer und Marc Azzali suchen sich ihren Weg durchs Maisfeld. (Bild: Donato Caspari)

Andreas Beurer und Marc Azzali suchen sich ihren Weg durchs Maisfeld. (Bild: Donato Caspari)

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch

Nein, so genau wissen sie noch nicht, wo es langgehen wird. Marc Azzali und Andreas Beurer haben ihr Ziel aber vor Augen: Am Ende soll hier ein Maislabyrinth entstehen. «Allerdings ist es ziemlich schwierig, den Überblick nicht zu verlieren», sagt Azzali. Auch die beste Planung hilft nichts, wenn die Maispflanzen im Feld anders wachsen als gedacht. Bei der stundenlangen Arbeit braucht es Nerven aus Stahl. Am Ende ist es aber geschafft: Die Wege sind ins Feld geschnitten. Jetzt muss nur noch der Mais höher wachsen.

Vom Marketing auf den Käse gekommen

Das Maislabyrinth in Langrickenbach ist das neuste Projekt der beiden Jungunternehmer Azzali und Beurer. Sie führen gemeinsam die Firma Prioma GmbH. Ihre Spezialität: Events aller Art. Die zwei 27-Jährigen kennen sich seit ihrer Schulzeit. 2014 gründeten sie ihre Firma. «Zu Beginn standen vor allem Dienstleistungen im Marketingbereich im Fokus», erzählt Azzali. Schon bald änderte sich dieser Schwerpunkt aber auf Fondue und Raclette: Die zwei Männer begannen, eigene Käsemischungen bereitzustellen, Zubehör zu vermieten und übernahmen zugleich das Catering. Mittlerweile haben sie auch eine eigene Location, die gemietet werden kann. Die Schmitte im Waldhof kann ganzjährig gemietet werden. Aber die Nachfrage nach Fondue und Raclette beschränkt sich logischerweise auf den Winter. Deshalb sammelten die Freunde Ideen, um das Sommerloch zu füllen. So kam es beispielsweise zur Anschaffung von sieben Selfie-Boxen, die gerade auf Hochzeiten beliebt sind.

Doch damit gaben sich die zwei noch nicht zufrieden.

Nach dem Misserfolg ein neues Projekt

Vor kurzem versuchten sie, in der Badi Güttingen eine Lounge zu realisieren, aufgrund von Widerstand liessen sie dieses Projekt aber fallen (unsere Zeitung berichtete). Nun versuchen sie sich an einer neuen Herausforderung: am Maislabyrinth «Maila». «Die Idee stand schon lange im Raum», sagt Azzali. Nach dem Misserfolg in Güttingen entschieden die Jungunternehmer, sich nun an dieses Projekt zu wagen. Der Vater von Beurer betreibt einen Bauernhof und erklärte sich bereit, sein Feld zur Verfügung zu stellen. «Für uns ist das Neuland», sagt Beurer. Zum ersten Mal wollen sie einen Event auf die Beine stellen, der alle anspricht. «Die Kinder sollen in der Strohburg spielen, während der Senior ein Getränk in der Festwirtschaft geniesst», sagt Azzali.

Nebst einer Festwirtschaft ist ein Aussichtsturm geplant. Bis Mittwoch lag das Baugesuch auf. Negative Reaktionen und Einsprachen gab es bisher keine. Geplant sind aber noch weitere Attraktionen wie etwa ein Lehrpfad über die unterschiedlichen Getreidesorten und deren Verarbeitung. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm, das Basteln für Kinder oder auch ein ­Besuch von Globi beinhaltet. Losgehen wird es Mitte Juli. Das Labyrinth läuft unter dem Motto «Dä Leu isch los» – was es aber genau damit auf sich hat, verraten die zwei noch nicht. «Uns ist es wichtig, dass wir vor allem etwas für die Region tun», sagt Azzali. Deshalb haben sie auch darauf geachtet, wie der Standort mit Wanderwegen erschlossen ist.

Azzali und Beurer gehören nicht zu jenen, die lange studieren – sie probieren ihre Ideen einfach direkt aus. Und diese gehen ihnen im Moment nicht aus. «Ja, wir haben wieder unterschiedliche Projekte im Hinterkopf, die auf ihre Realisierung warten», sagt Beurer verschmitzt.

www.maila-maislabyrinth.ch

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