LANGRICKENBACH: Verein knabbert am Eigenkapital

Die Förderorganisation Kultursee behandelt jährlich rund 80 Gesuche. Im kommenden Jahr stehen Veränderungen im Vorstand an.

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Präsident Markus Thalmann konnte in der Schmitte Langrickenbach zur 9. Mitgliederversammlung des Vereins Kultursee begrüssen. «Unser Verein hat einen fixen Platz eingenommen und ist aus unserem Bezirk nicht mehr wegzudenken», begann er seinen Jahresbericht. An den zehn Vorstandsitzungen seien 80 Gesuche behandelt worden, fünf mehr als im Jahr 2016. Es bestätige sich, dass sich die Gesuchszahl auf dieser Höhe einpendle. Von den eingegangenen Gesuchen hätten neun aus verschiedenen Gründen keinen Beitrag erhalten. «Insgesamt wurden 87000 Franken für die Kulturförderung in unserem Bezirk ausgegeben, also rund 11 000 weniger als im Vorjahr».

Beitragserhöhungen werden zum Thema

Der Verein schliesst das Jahr 2017 mit einem Verlust von 6200 Franken ab, ein um rund 10 000 Franken besserer Abschluss als 2016. Markus Thalmann begründete dies mit tieferen Beiträgen an die Kulturförderung. Das Budget 2018 weise ebenfalls einen Verlust auf. «Somit wird das Eigenkapital, das sich in den ersten Jahren angesammelt hat, weiter abgebaut». Damit werde ein Ziel erfüllt: «Der Verein soll nicht Kapital auf Reserve bilden, sondern dieses für die Kulturförderung im Bezirk verwenden». Allerdings müsse sich Kultursee mit Beitragserhöhungen auseinandersetzen. Der Verein sei für viele Veranstalter wertvoll und unentbehrlich geworden, meinte der Präsident weiter. Immer wieder gebe es solche, die zum ersten Mal ein Gesuch einreichten. Dies unterstreiche die Vielfalt der kulturellen Angebote der Region. Das zum fünften Mal organisierte «Kulturschiff» sei ein grenzüberschreitender Treffpunkt für Kulturveranstalter, Kulturschaffende, Medien und Behördenvertreter, finde positives Echo und werde Tradition bleiben.

Rita Barth und Martin Stuber hören auf

Die Vereinsrechnung 2017 wurde von Kassier Martin Stuber erläutert. Der Ertrag von 95000 Franken sei ausschliesslich auf Mitgliederbeiträge zurückzuführen, «die Gemeinden tragen 47000 Franken bei, der Kanton verdoppelt diese Summe». Beim Aufwand sei die Kulturförderung mit 87000 Franken der grösste Posten, die Kosten für das Kulturschiff seien mit 2500 Franken vergleichsweise bescheiden. Insgesamt habe der Aufwand 101000 Franken betragen, was zum Verlust von 6200 Franken geführt habe. Das Eigenkapital betrug Ende Jahr 21000 Franken. Als «unspektakulär» bezeichnete Martin Stuber das Budget 2018. Bei einem Aufwand von 99500 Franken und einem Ertrag von 94800 Franken resultiere ein Verlust von 4700 Franken. «Eine Beitragserhöhung wird im kommenden Jahr damit wohl noch nicht fällig sein», ergänzte er. «Die Gemeinden werden früh genug informiert, um eine mögliche Beitragserhöhung in den Budgetprozess einfliessen lassen zu können», versicherte Markus Thalmann. Änderungen stehen im Vorstand an: Rita Barth (Altnau) und Martin Stuber (Ermatingen) hätten ihren Rücktritt bekannt gegeben. 2019 würden deshalb geeignete Personen aus den Gemeinden für eine vierjährige Amtszeit gesucht, gab der Präsident abschliessend bekannt.

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch