Langparkierer müssen zahlen

Im Tägerwiler Dorfkern können Autofahrer nicht mehr unbegrenzt gratis parkieren. Ab sofort gilt die Blaue Zone, weil immer öfter Fahrzeuge den ganzen Tag über abgestellt waren. Das führte zu Engpässen.

Nicole D'orazio
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Vor dem Tägerwiler Gemeindehaus ist die blaue Markierung eingezeichnet und die Hinweistafel steht. (Bild: Nicole D'Orazio)

Vor dem Tägerwiler Gemeindehaus ist die blaue Markierung eingezeichnet und die Hinweistafel steht. (Bild: Nicole D'Orazio)

TÄGERWILEN. Jetzt ist Schluss mit lustig. Bisher war die Gemeinde Tägerwilen mit den Parkplätzen im Dorfkern grosszügig. Rund um das Gemeindehaus standen viele Parkplätze gratis zur Verfügung. Das nutzten Autofahrer in den letzten zwei bis drei Jahren immer mehr aus und stellten ihre Fahrzeuge den ganzen Tag ab. Vor allem auf dem grossen Parkplatz Tanzplatz neben dem Gemeindehaus. «Das sind vor allem Arbeitnehmer von Unternehmen hier im Umkreis», sagt Markus Thalmann, Gemeindepräsident von Tägerwilen. «Eigentlich ist das kein Problem, doch es wurde immer öfter knapp an freien Parkplätzen.»

Auch Coop macht mit

Nun hat der Gemeinderat gehandelt und auf den Parkplätzen vor dem Gemeindehaus, dem Tanzplatz sowie beim Friedhof Blaue Zone eingeführt. Die Markierungen wurden letzte Woche angebracht. «Auch der Coop macht mit. Auf dessen Parkplatz gab es ebenfalls viele Langparkierer», sagt Thalmann. Neu im Dorf ist die Blaue Zone nicht. Die Parkplätze an der Hauptstrasse gehören ihr schon lange an. Es wurde bisher einfach nicht kontrolliert. «Das ändern wir und führen sporadische Kontrollen ein. Sonst nützt es ja nichts.» Die Bewilligung dafür habe man schon lange.

Die Gemeinde verkauft ab sofort eine Parkkarte, die den ganzen Tag gilt. Sie kostet 400 Franken für das ganze Jahr. «Wenn jemand aktiv auf uns zukommt und eine Karte kaufen will, geben wir Rabatt. Sie kostet dann nur 320 Franken», sagt Thalmann. Es gebe bereits Firmen, welche für ihre Mitarbeiter von diesem Angebot Gebrauch machten. Auf dem Coop-Parkplatz gilt die Karte indes nicht.

Beim Sportplatz bleibt's gratis

Beim Sportplatz ändert sich hingegen nichts. «Wenn die Leute weiterhin gratis parkieren möchten, können sie das dort tun, müssen aber ein Stück zu Fuss gehen», sagt der Gemeindepräsident.

Eine Bewirtschaftung der Parkplätze ist kein Thema. Dafür ändert diese rund um die Badi. Bisher haben Besucher pauschal fünf Franken für den ganzen Tag bezahlt. Den Betrag haben die Platzeinweiser eingezogen. «Das führte oft zu Diskussionen. Einige monierten, das sei zu viel, da sie nur eine Stunde blieben oder nur einen Kaffee trinken wollten.» Daher wird im Frühjahr eine Parkuhr aufgestellt. Eine Stunde kostet einen Franken, fünf Franken bleiben das Maximum. «Die Platzeinweiser bleiben», sagt Thalmann. «Natürlich wird auch kontrolliert.»

Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen (Archivbild: Nana do Carmo)

Markus Thalmann Gemeindepräsident Tägerwilen (Archivbild: Nana do Carmo)