Lange Tradition geht zu Ende

Die Post in Romanshorn zieht voraussichtlich im Dezember vom Bahnhofplatz in den Coop. Die Öffnungszeiten werden mindestens gleich gut sein wie heute. Das Angebot bleibt in etwa gleich. Was mit dem Postgebäude passiert, ist offen.

Markus Schoch
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Neuer Standort der Post im Coop-Gebäude. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

Neuer Standort der Post im Coop-Gebäude. (Bild: Reto Martin (Reto Martin))

ROMANSHORN. Eine lange Tradition geht zu Ende. Seit über hundert Jahren hat die Post ihren Sitz beim Romanshorner Bahnhof im ehemaligen Gebäude der Thurgauischen Hypothekenbank. Voraussichtlich im Dezember gehen die Schalter dort zu und im Coop auf, und zwar gegenüber dem Restaurant.

«Bei der Suche nach einem neuen Standort lag die Priorität auf einer zentralen, gutfrequentierten Lage mit guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr», sagt Erich Schmid, Leiter Kommunikation Ost bei der Post. Coop erfülle diese Bedingungen «in idealer Weise».

Vorteile für die Kunden

Für die Kunden habe der Umzug nur Vorteile, verspricht die Post. Die Zugänglichkeit sei besser. Der Bus halte direkt vor der Tür. Und über einen Lift gelange man von der Coop-Tiefgarage direkt in den Verkaufsbereich. Der Post selber ermögliche die neue Lokalität «einen modernen, attraktiven Auftritt mit offenen Schaltern».

Die Öffnungszeiten sollen attraktiv sein. «Sie werden mindestens gleich lang wie heute», sagt Erich Schmid. Beim Angebot wird es geringfügige Änderungen geben, die aber nur eine Minderheit der Kunden betrifft. So ist für Geschäftskunden eine neue, unbediente Aufgabestelle geplant, wie sie es bereits an vielen anderen Orten gibt. Breiter wird die Auswahl im Post-Shop, da im Coop die sogenannte Kundenfläche deutlich grösser ist (88 statt 55 Quadratmeter). Zusätzlicher Platzbedarf in diesem Bereich ist mit ein Grund, warum sich die Post nach einem neuen Standort umschaute.

Die Postfächer bleiben, wo sie sind. Sie werden durch das Zustellpersonal bedient. Eine Verlegung mache darum «zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinen Sinn», sagt Schmid.

Personelle Konsequenzen hat der Umzug keine. «Aus heutiger Sicht ist das nicht der Fall», erklärt Schmid. Auf der Poststelle arbeiten nebst zwei Lehrlingen total neun Personen, die auch teilweise in anderen Poststellen eingesetzt werden.

Post prüft Hausverkauf

Wie die freiwerdenden Flächen im heutigen Postgebäude am Bahnhofplatz genutzt werden, ist nach Angaben der Post «noch offen und wird zurzeit geprüft». Doch nicht nur: Die Post macht sich gemäss Schmid auch Gedanken «über die künftige Verwendung der gesamten Liegenschaft», die der Post gehört. Eingemietet ist unter anderem der Sozialdienst der Stadt.

Die heutige Poststelle entspricht gemäss Post nicht mehr den heutigen Anforderungen. Unter anderem würden «erhebliche, nicht mehr benötigte Betriebsflächen» die Wirtschaftlichkeit belasten. Ohne bauliche Massnahmen sei es nicht möglich, sie sinnvoll zu nutzen oder an Dritte zu vermieten. Da das Gebäude unter Denkmalschutz stehe, seien Veränderungen zudem nur beschränkt möglich.

Die Stadt hat gegen den Standortwechsel nichts einzuwenden. In gewisser Hinsicht ist sie sogar froh: Die Verkehrssituation am Bahnhof werde sich dadurch beruhigen, hofft Stadtschreiber Rolf Vorburger.

Alter Standort der Post am Bahnhofplatz. (Bilder: Reto Martin)

Alter Standort der Post am Bahnhofplatz. (Bilder: Reto Martin)

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