Landung nach drei Jahren

SITTERDORF. Nach schier endlosem Warten konnte das Team von Heli Sitterdorf seinen neuen Robinson R66 vorstellen. Dieser Helikopter ist leistungsstark und besticht auch durch sein Äusseres.

Christof Lampart
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Heli-Sitterdorf-Geschäftsführer Max Sartory stellt den neuen Helikopter R66 HB-ZAS vor. (Bild: Christof Lampart)

Heli-Sitterdorf-Geschäftsführer Max Sartory stellt den neuen Helikopter R66 HB-ZAS vor. (Bild: Christof Lampart)

Wäre alles nach Plan gegangen, dann wäre der Helikopter schon seit einigen Jahren in Betrieb. «Als wir den R66 im Jahr 2010 in den USA bestellten, gingen wir eigentlich davon aus, dass wir spätestens im Jahr 2011 damit fliegen können», sagte Max Sartory, Heli-Sitterdorf-Geschäftsführer. Doch weit gefehlt, denn die europäische Zulassungsbehörde Easa gab lange Zeit kein grünes Licht für den Deal. Erst Ende April 2014 war es dann endlich so weit.

Überlegene Amerikaner

Für den Cheffluglehrer von Heli Sitterdorf, Guido Brun, ist auch klar, warum dies der Fall war. «Die Luft in Europa ist halt ganz anders als in den USA», erklärte er mit vor Ironie triefender Stimme. Oder auf gut Deutsch: «Die Firma Robinson produziert Helikopter mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Da können die europäischen Mitbewerber einfach nicht mithalten. Die einen sind schwerer, die anderen teurer; viele aber sogar beides zusammen. Mit der Blockade wollten die Europäer die eigene Helikopter-Branche garantiert schützen», vermutete Brun.

Platz für fünf Personen

Rund 50 Personen – vor allem Männer und Helikopterpiloten – fanden sich am Montagabend am Heli-Port beim Flugplatz Sitterdorf ein. Dorthin hatte Sartory eingeladen, um den R66 HB-ZAS offiziell willkommen zu heissen, nachdem der Helikopter bereits während einiger Tage im Dienst gewesen war.

Nun steht der R66 endlich in Sitterdorf. Und Max Sartory schwelgte bei der Vorstellung geradezu in Superlativen: «Als einer der günstigsten Turbinen-Helikopter besticht er in allen Bereichen der Helikopterfliegerei. Ob für die Grundschulung, die Berufspiloten- oder für die Gebirgsausbildung – der R66 ist eine lohnenswerte Option.»

Zudem sei dieser Helikopter mit seinen fünf Plätzen (ein Pilot plus vier Passagiere) «für die Charterung und für Geschäftsflüge zu interessanten Konditionen einsetzbar», rührte Sartory gleich einmal kräftig die Werbetrommel in eigener Sache.

Leichter und kräftiger

Tatsächlich gibt der neue und im leeren Zustand 581 Kilogramm leichte und von einer Rolls-Royce-Turbine angetriebene Helikopter einiges her: Er wiegt 200 Pfund weniger und kann zugleich 200 Pfund mehr laden als das bewährte Vorgängermodell R44. Der Tank fasst 279 Liter, was für drei Stunden Flugzeit reicht, in denen 600 Kilometer auf einer Reiseflughöhe von 3400 Metern zurückgelegt werden können.

Dafür, dass «unser neuestes Baby» (Sartory) nicht nur technologisch, sondern auch äusserlich eine gute Figur macht, sorgen die folkloristischen Alpenleben-Scherenschnitte von Ursula Regez-Fuchs. Auch für die professionelle Scherenschnittkünstlerin aus Latterbach im bernischen Simmental war dieser Moment «sehr speziell», denn «damit, dass ein Scherenschnitt von mir einmal einen Helikopter schmückt, habe ich überhaupt nie gerechnet».

Anfrage übers Internet

Der Kontakt zu Heli Sitterdorf kam ganz nüchtern per Internet zustande. «Als ich die Anfrage erhielt, fiel ich – im positiven Sinne – aus allen Wolken», erzählte die Künstlerin und lachte. Geflogen sei sie mit «ihrem» Helikopter noch nie, aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben. «Ich habe es mir fest vorgenommen, dass ich einmal von Zürich aus ein paar Runden drehen werde», sagte Ursula Regez-Fuchs.