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LANDSCHLACHT: Genossenschaft will Heim retten

Dank einem angepassten Betriebskonzept soll das internationale Blindenzentrum weiter bestehen können. In nur drei Wochen braucht es mehrere hundert Unterschriften.
Martina Eggenberger Lenz
Die Zukunft des Blindenzentrums ist ungewiss. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die Zukunft des Blindenzentrums ist ungewiss. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Das internationale Blindenzentrum in Landschlacht soll nicht zu gehen. Dieser Ansicht ist eine Gruppe von Betroffenen. Federführend ist dabei der ehemalige Stiftungsratspräsident Max Bolliger. Er war von 2004 bis 2012 für das IBZ aktiv. Die Nachricht von der bevorstehenden Schliessung im Herbst 2018 habe «die Szene» aufgerüttelt. Es wurden deshalb Ideen für eine Weiterführung gesammelt und gebündelt. Entstanden ist daraus nun der Vorschlag, das Haus durch eine Genossenschaft weiter zu führen. Diese soll die Liegenschaft im Baurecht übernehmen und mit einem angepassten Konzept weiter betreiben. Das Projekt ist ehrgeizig, denn erstens drängt die Zeit und zweitens muss ziemlich viel Geld gesammelt werden. Bereits am 11. Januar werde der Stiftungsrat über die Zukunft des IBZ entscheiden, sagt der Initiant der Gruppe «Rette das IBZ Landschlacht».

Defizitäre Hotellerie wird halbiert

Das heisst, die Zusagen der möglichen Genossenschafter sollten bis Anfang Jahr vorliegen. Max Bolliger geht davon aus, dass 400 bis 500 Anteilscheine gezeichnet werden müssen, um einen positiven Entscheid zu erwirken. Es soll bald ein Eigenkapital von 800000 Franken aufgebaut werden können. Aktuell macht das IBZ bekanntlich jährlich einen Verlust von fast einer halben ­Million Franken (unsere Zeitung berichtete). Das neue Betriebskonzept soll die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern und insbesondere die saisonalen Schwankungen der Hotellerie auffangen. So wird die Hotellerie von 50 auf 25 Zimmer reduziert. An deren Stelle sollen 15 bis 20 Einheiten für Langzeitbewohner geschaffen werden. Zielgruppe sind Menschen mit einer Behinderung, die einigermassen selbstständig leben können, aber froh um gewisse Hilfestellungen sind. Bolliger denkt weiter an Personen mit einer Mehrfachbehinderung, zum Beispiel Taubblinde. Denkbar wären auch Reha-Plätze für Betroffene. Wichtig sei dabei, dass die Genossenschaft weiterhin den aktuellen Stiftungszweck verfolge.

Die Gruppe um Bolliger glaubt, dass die Neuausrichtung mit Umbaukosten von lediglich eineinhalb Millionen Franken umgesetzt werden kann. Die Trägerstiftung rechnet bei einer Weiterführung der Ist-Situation mit einem Investitionsbedarf von sieben Millionen Franken. Beibehalten wollen die Genossenschafter die Eventgastronomie, sprich das Angebot der «unsichtBAR». Ausgebaut werden könnte das Dienstleistungsangebot, indem vor Ort eine Anlaufstelle für Sehbehinderte geschaffen würde. «Das oberste Ziel ist die Nachhaltigkeit», betont Max Bolliger. «So, wie es war, kann es natürlich nicht weiter gehen.»

Weitere Infos

www.rette-das-ibzlandschlacht.ch

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