Land in Sicht für Winterschwimmer

ROMANSHORN. Das 25-Meter-Becken im Romanshorner Seebad soll im Winter mit einer Traglufthalle überdeckt werden. Eine Machbarkeitsstudie liegt vor. Jetzt werden die Details geklärt. Fest steht schon jetzt: Das Projekt hat nur eine Chance, wenn die ganze Region mitzieht.

Markus Schoch
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Das 25-Meter-Becken im Romanshorner Seebad soll auch im Winter zum Schwimmen genutzt werden. (Bild: Reto Martin)

Das 25-Meter-Becken im Romanshorner Seebad soll auch im Winter zum Schwimmen genutzt werden. (Bild: Reto Martin)

Der Schwimmclub Romanshorn steht schon bald im Trockenen. Wenn das Hallenbad in Münsterlingen im nächsten Jahr schliesst, hat der Verein im Winter keine Trainingsmöglichkeiten mehr. Auch Schulen und andere Vereine bekommen ein Problem.

Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab. Das 25-Meter-Becken im Romanshorner Seebad soll in der kalten Jahreszeit mit einer Traglufthalle überdeckt werden. Als mobile Garderoben werden gemäss den Plänen Container im Minergie-Standard aufgestellt.

Details prüfen

Die Investitionskosten belaufen sich auf etwa 600 000 Franken und die Betriebskosten auf jährlich ungefähr 200 000 Franken, wie die Abklärungen des Schwimmclubs ergeben haben. Jetzt gehe es darum, die Details zu klären und eine regionale Trägerschaft zu bilden, sagt der ehemalige Vereinspräsident Hanspeter Gross, bei dem die Fäden zusammenlaufen.

Die jetzt zur Diskussion stehende Lösung ist eine von diversen Varianten, die der Schwimmclub geprüft hat. «Sie ist klar die beste», sagt Gross. Alle anderen kämen wegen gesetzgeberischer Auflagen oder der Kosten nicht in Frage.

Arbon fällt weg

Der Betrieb einer Traglufthalle über einer Wasserfläche ist nur zulässig, wenn die nötige Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, was in Romanshorn der Fall ist (Holzschnitzel). In Arbon sind diese Voraussetzungen nicht gegeben: Es wird Abwärme genutzt, zusätzlich wäre aber eine Wärmepumpe nötig, was ein Problem ist. In Amriswil wird das Wasser heute gar nicht geheizt.

Der Bau eines eigentlichen Hallenbades in Amriswil gemäss den Zielen des kantonalen Richtplans würde rund 20 Millionen Franken kosten. «Das kommt in den nächsten 10 bis 15 Jahren nicht in Frage», sagt Gross.

Ebenfalls aus Kostengründen verworfen hat der Schwimmclub die Idee, das 50-Meter-Becken in Romanshorn zu überdecken – nach dem Beispiel von Chur oder Schaffhausen. «Je grösser die Wasserfläche ist, desto teurer wird es.» Konkret würden sich die Betriebskosten auf gegen 1 Million Franken belaufen – viel zu viel. «Wir wollen nur so viel wie nötig ausgeben und keine Energie verschleudern», sagt Gross.

Damit die Rechnung aufgeht, muss das provisorische Hallenbad möglichst gut ausgelastet werden. Rund die Hälfte der Zeit soll es der ganzen Bevölkerung offenstehen. Nutzen sollen es ausserdem die Schulen der Region. Abends soll das Wasser vor allem den Vereinen zur Verfügung stehen.

«Spüre viel Goodwill»

«Ich bin überzeugt, dass unser Plan gelingen kann», sagt Gross. Er spüre viel Goodwill auf allen Seiten. Diesen bringt dem Projekt auch Stadträtin Aliye Gül entgegen. «Wir wollen uns dem Projekt nicht verschliessen.» Das Bedürfnis sei ausgewiesen. Mitziehen müsse aber die ganze Region, ist sie sich mit Gross einig.

Hanspeter Gross Im Schwimmclub zuständig für die Traglufthalle (Bild: Donato Caspari)

Hanspeter Gross Im Schwimmclub zuständig für die Traglufthalle (Bild: Donato Caspari)

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