Läden sehnen Ende herbei

AMRISWIL. Die Sanierung der Bahnhofstrasse in Amriswil ist in vollem Gange, momentan wird im unteren Abschnitt gearbeitet. Die Läden erleiden Umsatzeinbussen, vor dem Weihnachtsgeschäft soll die erste Etappe fertiggestellt sein.

Gioia Zogg
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Die Baustelle vor der Haustür ist für die Ladenbetreiber in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. (Bild: Gioia Zogg)

Die Baustelle vor der Haustür ist für die Ladenbetreiber in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. (Bild: Gioia Zogg)

Sitzgelegenheiten, Wohlfühl-Beleuchtung und neue Begrünung; die Bahnhofstrasse wird fussgängerfreundlicher. Bis zum schönen Ende ist es aber noch ein langer Weg. Zurzeit ist der untere Teil der Strasse eine grosse Baustelle und ein Ende scheint noch nicht in Sicht.

«Der Bauraum der Strasse ist schlechter als angenommen», sagt Roger Weber, Leiter Tiefbau in Amriswil. «Dadurch mussten wir den Bauablauf anpassen.» Für den Laien sieht es so aus, als würden die Arbeiten am ersten Strassenabschnitt nicht bis Ende Jahr beendet.

Drogerie hat treue Kundschaft

Auch im Inneren der Läden, deren Sicht auf die Aussenwelt momentan durch die Baustelle abgeschnitten ist, entsteht dieser Eindruck. «Am Anfang sah es so aus, als passiere nichts. Jetzt geht es aber langsam vorwärts», sagt Peter Geisselhardt von der Bahnhofdrogerie. Er vertritt die Ladeninhaber des unteren Abschnitts der Bahnhofstrasse gegenüber dem Bauamt und der Stadt. «Wir werden sehr gut informiert, und wie versprochen stehen immer irgendwo in der Nähe Ersatzparkplätze bereit.»

Nicht nur den Behörden bindet er ein Kränzchen, auch seine Kunden erwähnt er lobend: «Sie sind sehr treu. Natürlich habe ich Umsatzeinbussen, diese sind aber geringer als erwartet.»

Schwieriger für Modegeschäfte

Ähnlich sieht es im Musikhaus Blue Wonder aus, auch dort bleiben die Kunden nicht weg. Filialleiter Roland Salzmann erklärt sich das damit, dass ein Musikhaus meist aus einem bestimmten Grund aufgesucht wird und sich die Besucher durch die Baustelle nicht abschrecken lassen.

Tatsächlich sieht es bei den beiden Modegeschäften in diesem Strassenabschnitt anders aus. Sie leiden mehr unter der Baustelle. «Die Laufkundschaft bleibt weg», sagt Geschäftsführerin Sonja Unger von Mode Brigitte. Und auch die fehlenden oder schlecht gekennzeichneten Parkplätze seien ein Problem. «Wenn die Kunden keinen Parkplatz finden, suchen sie nicht lange, sondern sind schnell im Amriville.» Dies bestätigt Anita Riebel, Geschäftsführerin von Kora jeans & more. Vor ihrer Tür laufen mehrere Rohre zusammen und die Bauarbeiten sind dort langwierig. «Der Kleider-Verkauf hat es in so einer Situation besonders schwer.» Im Gegensatz zu Peter Geisselhardt bemängelt sie die Kommunikation der Stadt. Selber informiert worden seien die Geschäfte nie. Dies bestätigen auch die Leiter anderer Geschäfte, unter ihnen Stephanie Reber, Filialleiterin der Papeterie Pius Schäfler: «Wir wissen, das wir uns an Peter Geisselhardt wenden können. Trotzdem ist es schade, dass wir von der Stadt nicht mehr miteinbezogen wurden.»

Bauarbeiter sind höflich

Die Ladenbesitzer wissen aber von der Baustelle nicht nur Schlechtes zu berichten. «So eine Situation ist immer mühsam, es ist laut und staubig. Die Bauarbeiter sind aber immer höflich und beantworten alle Fragen», sagt Anita Riebel. Einen Lichtblick gibt es trotz allem: «Obwohl der Bauraum schlechter ist als angenommen, sind wir immer noch im Zeitplan. Die erste Etappe sollte plangemäss auf das Weihnachtsgeschäft im November beendet sein», sagt Stadtammann Martin Salvisberg.