Ladina reist durch China

ROMANSHORN. Am Samstag konnten neugierige Primarschüler an der Kantonsschule Romanshorn ihren Horizont erweitern. Die elfjährige Ladina Kobler aus Neukirch-Egnach entschied sich, den Alltag des Schülers Li in Peking kennenzulernen.

Luisa Gomringer
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Ladina Kobler malt Zahlen aufs Papier. (Bild: Luisa Gomringer)

Ladina Kobler malt Zahlen aufs Papier. (Bild: Luisa Gomringer)

Ladina spielt Posaune, macht Leichtathletik und will an die Kantonsschule. Als sie von der «offenen Kinderkanti» erfuhr, wollte sie darum unbedingt dabei sein. «Mein Ziel ist es nämlich, in Romanshorn die Matura Talenta zu absolvieren», erzählt die Elfjährige auf dem Weg ins Klassenzimmer. Sie hat sich für eine Reise durch ganz China in eineinhalb Stunden entschieden. «Den Kurs habe ich gewählt, weil die chinesische Sprache lustig klingt. Und so schnell werde ich nicht wieder die Möglichkeit haben, das Land näher kennen zu lernen.»

1400 Primarschüler

Ladina und die 14 anderen Kursteilnehmer begleiten einen Jungen namens Li im Alltag in Peking. Bevor er sich auf den Weg macht, isst Li ein paar Reistaschen mit einer Erdnuss- und Sesamfüllung. Ladina kann auch probieren: Dieses typische Frühstück bringen die Kursleiter Weiya und Urs Fraefel mit. Li fährt anschliessend mit der U-Bahn zur Schule, die er mit 1400 anderen Kindern besucht. In seiner Klasse sind es allein 50 Mädchen und Buben. Ladina ist sprachlos: Sie ist in der sechsten Klasse und muss den Raum mit den Vier- und Fünftklässlern teilen. Zusammen sind sie gerade einmal 21 Kinder.

Ladina erfährt während des Schulunterrichts von Li viel Interessantes über das Leben in China. Zum Beispiel, dass es ein und dasselbe Wort für Mutter, Hanf, Pferd und Schimpfen gibt. Den Unterschied macht die Aussprache. Zudem lernt sie von alten Meistern wie Konfuzius und Laotse Sprichwörter kennen, singt chinesische Lieder und malt die Zeichen für die Zahlen von eins bis zehn.

Bruder Jakob auf Chinesisch

Und das alles gefällt Ladina sehr. Am Ende verlässt sie strahlend das Schulzimmer. «Jetzt kann ich schon ein paar Wörter und das Lied <Bruder Jakob> auf Chinesisch.» Es war für sie erstaunlich, wie stark sich der Alltag von Li von ihrem eigenen unterscheidet. «Ich bin so froh, dass ich zu Fuss zur Schule kann.» Doch ihr Interesse ist geweckt. Sie weiss: «Ich möchte später einmal den ChinesischKurs an der Kanti in Romanshorn besuchen.»