Laden ist jetzt ein Kurszentrum

WEINFELDEN. Die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales Thurgau hat sich im ehemaligen Coop am Marktplatz in Weinfelden langfristig eingemietet. Statt Kunden gehen dort nun Lernende ein und aus.

Urs Bänziger
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Ein grosszügiger Treppenaufgang verbindet im neuen Kurszentrum am Marktplatz das Parterre mit dem Untergeschoss. (Bild: Reto Martin)

Ein grosszügiger Treppenaufgang verbindet im neuen Kurszentrum am Marktplatz das Parterre mit dem Untergeschoss. (Bild: Reto Martin)

Vorbeigehende drücken neugierig ihre Nasen an die Scheiben. Tatsächlich: Im ehemaligen Coop-Laden am Marktplatz geht was. Aber was? Lernende sitzen in Räumen und hören aufmerksam zu.

Statt Kunden sind es jetzt also Auszubildende, die im ehemaligen Laden ein- und ausgehen. Aus dem Einkaufszentrum ist ein Kurszentrum geworden. Die Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales (Oda GS) Thurgau hat sich dort langfristig eingemietet.

Grosses Entrée

«Die Beschriftung fehlt noch», sagt Geschäftsführerin Anna Kern. Der Umzug vom alten Standort Bürglen nach Weinfelden musste schnell gehen. Nach dem Umbau deutet nichts mehr auf eine Ladenlokalität hin. Das Entrée ist grosszügig gestaltet. Eine offene Treppe führt ins Untergeschoss. Die Oda GS Thurgau nutzt das Parterre und das Untergeschoss als Kurszentrum. Den Lernenden stehen Übungs-, Gruppen-, Aufenthaltsräume, Garderoben und Duschen zur Verfügung.

Das Platzangebot sei wesentlich grösser als in Bürglen, sagt Kern. «Der Bedarf an Auszubildenden ist im Gesundheits- und Sozialwesen unglaublich gross. Wir sind glücklich, dass wir im Zentrum von Weinfelden einen Standort mit der notwendigen Kapazität gefunden haben.» Neben dem Platzangebot ist auch die Nähe zum Bahnhof wichtig. Die Lernenden sollen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Weiter belebt

Angehende Fachfrauen und -männer im Bereich Gesundheit oder Betreuung aus dem ganzen Kanton besuchen das neue Kurszentrum am Marktplatz. Wer dem Coop-Laden nachtrauert, kann sich damit trösten, dass die Lokalität weiter belebt ist und die Lernenden das Weinfelder Zentrum beleben, in dem sich sich dort verpflegen und einkaufen.

Überbetriebliche Kurse

An diesem Tag sind vier Klassen mit je 13 bis 14 Personen anwesend. Die jungen Frauen und Männer absolvieren ihre Ausbildung in Spitälern, Alters- und Pflegeheimen, Rehabilitations- und psychiatrische Kliniken sowie bei der Spitex. Für die praktische Übungen haben sie die Berufskleider ihrer Lehrbetriebe mitgebracht. Es sind überbetriebliche Kurse, welche die Oda GS Thurgau im neuen Zentrum anbietet. «Unsere Kurse sind eine Ergänzung und Vertiefung von dem, was die Auszubildenden in der Berufsschule und an ihrem Arbeitsplatz lernen», erklärt Anna Kern.

Michél Klotz hat diesen Sommer seine Ausbildung in der Klinik St. Katharinental begonnen. Er findet es gut, dass die Kurse in Weinfelden stattfinden, und er nicht so weit fahren muss. Dass man vom Marktplatz freie Sicht in den Schulungsraum hat, stört ihn nicht. «Die Leute sollen uns ruhig beim Lernen zuschauen», sagt er. Seine Klassenkameradinnen und -kameraden pflichten ihm bei.

Transparenz bewusst gesucht

Die Transparenz sei bewusst gesucht, sagt Anna Kern. «Hier gehen jungen Frauen und Männer ein und aus, die einen Beruf für das Leben erlernen. Wir wollen sie nicht vom Leben hier am Marktplatz abschotten.»

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