Lachen mit dem Hausmann der Nation

ARBON. Am Dienstagabend war der Kolumnist Bänz Friedli in Arbon zu Gast. Dort sprach er über seinen Alltag, verrät wieso er das Muki-Schwimmen besonders geniesst und warum ein Mikrofasertuch besser als Sex ist.

Rahel Haag
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Bänz Friedli: Der Hausmann in Aktion. (Bild: Benjamin Sandfort)

Bänz Friedli: Der Hausmann in Aktion. (Bild: Benjamin Sandfort)

Der 46jährige Bänz Friedli ist bekennender Hausmann – und stolz darauf. Seinen Spitznamen «Hausmann der Nation» verdankt er seiner wöchentlichen Kolumne im Migros-Magazin. Zurzeit tourt er mit seinem neuen Buch «Wenn die mich nicht hätten» durch die Schweiz. Am Dienstag machte er halt in Arbon und versuchte dort die Frage zu beantworten, ob Hausmänner sexy sein können.

Männer in der Minderheit

Dass der Grossteil des Publikums aus Frauen besteht, ist an diesem Abend nicht zu übersehen. Zu Anfang wendet sich der Kolumnist an einen jungen Mann in der ersten Reihe und sagt: «Du interessierst dich wohl nicht für Eishockey.» Verwundert schüttelt der Angesprochene den Kopf. Dann wendet er sich an sein weibliches Publikum und fragt, ob heute abend die Ehemänner zu den Kindern schauen würden. «Ja, die Armen haben's streng heute», sagt er, immerhin seien ja die Playoffs und Fussball würde auch noch im Fernsehen laufen. «Da sind die Kinder bestimmt noch nicht im Bett, wenn Sie wieder heimkommen.»

Die blöden Fixleintücher

Leicht und mit viel Selbstironie berichtet Bänz Friedli von seinem Alltag als Hausmann und bezieht dabei immer wieder sein Publikum mit ein. Er hasse Fixleintücher, sagt er und stellt anschliessend die Frage: «Gibt es hier jemanden, der die richtig, rechteckig zusammenlegt?» Eine Frau meldet sich und bekommt zu hören: «Such dir ein Hobby.» Warum solle man sich die Mühe denn überhaupt machen, es werde einem sowieso nicht gedankt.

Als Hausmann geniesse er aber auch Vorteile, sagt Friedli. Überall sei er der Hahn im Korb. Dass Muki-Schwimmen geniesse er besonders: «Die ganzen Mütter in Bikinis, wer will da noch ins Büro?» Und bei den Nachbarinnen sei er «dä geil Siech». Die hätten natürlich gesehen, wie er den ganzen Tag die Fenster geputzt habe und wenn dann abends der Mann nach Hause käme, müsse der sich anhören: «Also du könntest auch mal im Haushalt helfen, der Bänz von gegenüber hat heute alle Fenster geputzt.»

Putzparty und Mikrofasertücher

Immer wieder wechselt der Berner von Hochdeutsch auf Schweizerdeutsch, trägt seine Kolumnen vor, schweift plötzlich ab und erzählt eine ganz andere Geschichte. Bänz Friedli weiss, wie man die Menschen zum Lachen bringt und während seiner rasanten Darbietung fehlt manches mal die Zeit, um Luft zu holen.

Kürzlich sei er von einer Nachbarin zu einer Putzparty eingeladen worden. Bei einem Prosecco seien ihm dort die neuesten Produkte der Marke Jemako vorgestellt worden. Am Ende der Party habe er 987 Franken für Putzmittel ausgegeben. Doch es habe sich gelohnt. «Wenn ich mit dem neuen Mikrofasertuch die Dunstabzugshaube in der Küche putze ist das besser als Sex», sagt er. «Da sieht man am Ende wenigstens das Ergebnis.»

Bänz Friedli kommt noch einmal in den Thurgau: Am Freitag, 23. März, ist er um 20 Uhr im Zentrum Steinacker in Kradolf zu Gast.