«Lachen ist eine Wunderwaffe»

AMRISWIL. Auch in der Schule darf gelacht werden. Humor macht das Leben lebenswerter und ist gut für die Gesundheit, propagierten Niccel und Emil Steinberger an der gemeinsamen Veranstaltung von Volksschulgemeinde und Igea.

Maya Mussilier
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Mit Humor durchs Leben: Niccel und Emil Steinberger brachten in Amriswil das Publikum zum Lachen. (Bild: Maya Mussilier)

Mit Humor durchs Leben: Niccel und Emil Steinberger brachten in Amriswil das Publikum zum Lachen. (Bild: Maya Mussilier)

Wenn in den nächsten Tagen in Amriswil vermehrt Menschen anzutreffen sind, die mit einem breiten Grinsen im Gesicht das Wort Whisky vor sich hinmurmeln, darf man sich nicht wundern. Auch rote Clownnasen könnten in Zukunft öfter zu sehen sein. Dafür ist nicht der Zirkus verantwortlich, sondern der Komiker Emil Steinberger und seine Frau Niccel, die unter anderem als Lachtrainerin tätig ist. Sie waren im Kulturforum zu Gast.

Humor ist wichtiger als Fairness

Die jährlich durchgeführte gemeinsame Veranstaltung der Igea (Interessengemeinschaft Erwachsenenbildung Amriswil) und der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri stand dieses Mal unter dem Motto «Lachen und Humor in der Schule». Ein interessantes Thema und zwei bekannte Referenten, ein vielversprechender Mix, der gegen 240 Personen ins Kulturforum lockte.

Emil und Niccel Steinberger stellten sich der Frage, ob Humor überhaupt einen Platz in der Schule habe. Sie erzählten von ihren eigenen Erlebnissen in der Schule. Vom Lehrer, der über den kleinen Emil lachen musste und ihn deshalb vor die Türe stellte, oder von jenem Lehrer, der dem Mädchen Niccel sagte, sie sei ein Mondkalb. Einig ist sich das Ehepaar darin, dass der Einfluss eines humorvollen Lehrers nicht zu unterschätzen sei. Umfragen bei Schülern haben sogar ergeben, dass der Humor einen noch höheren Stellenwert einnimmt als die Fairness.

Fast bis zur Verzweiflung

«Humor ist extrem schwierig zu umschreiben», sagte Niccel Steinberger und die Clownin Gardi Hutter zitierend: «Humor ist ein Kübel eiskaltes Wasser, das man über sich leert. Er kann die Probleme zwar nicht wegschwemmen, sorgt aber für einen klaren Kopf. Dann können die Probleme angegangen werden.»

Selbst der Komiker Emil hat sich mit Humor schon schwer getan. «Ich sollte als Grafiker eine Briefmarke zum Thema Humor entwerfen. Das hat mich fast zur Verzweiflung gebracht, weil es schwierig ist, ein abstraktes Thema auf so kleinem Platz darzustellen.»

Ein fester Platz für den Humor

Wichtig sei es, über sich selbst lachen zu können, sagte die Lachtrainerin und Emil erzählte gleich eine Episode aus seinem Leben. In New York sei er mit schneeweisser Hose in eine Pizzeria spaziert. Beim Schneiden rutschte die Pizza samt ihrer roten Sauce und allen Zutaten auf die Hose. Ja, er habe auch darüber gelacht, aber erst, als rund um ihn herum alle Gäste in Gelächter ausgebrochen waren. «Peinlichkeiten verlieren ihren Schrecken, wenn man herzlich darüber lachen kann», sagte Niccel Steinberger und erzählte auch von ihren Erfahrungen während der Lachseminare, die sie leitet.

Auch in der Schule oder im beruflichen Alltag soll eine Atmosphäre geschaffen werden, wo Humor seinen festen Platz hat, riet die Fachfrau. So beispielsweise eine Pinwand, an der die besten Ausreden fürs Zuspätkommen aufgehängt werden.

Gesund und lernbar

Wissenschaftlich unterlegt sei die Tatsache, dass Lachen eine Wunderwaffe für alle Bereiche im Leben sei, sagte Niccel Steinberger, sowohl für Körper, Geist und Seele gleichermassen gesund. Ob Lachen lernbar sei? Nur zu gerne machte das Publikum bei den Lachübungen mit. Das breite Grinsen, das die beiden Gastreferenten mitgebracht hatten, begleitete das Publikum auch auf seinem Weg aus dem Saal und vermutlich noch viel länger.

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