Kunst zwischen Romanshorn und Bündnerland

Am Mittwoch jährt sich der Todestag des Kunstmalers Ludwig Demarmels zum 20. Mal. Über 40 Jahre lebte und schaffte der Bündner in Romanshorn. Sein vielfältiges Werk hinterliess Spuren sowohl in der Kunstwelt als auch in der Gemeinde.

Gioia Zogg
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Ludwig Demarmels in seinem Atelier. (Archivbild: pd)

Ludwig Demarmels in seinem Atelier. (Archivbild: pd)

ROMANSHORN. Obwohl in den bündnerischen Bergen geboren und aufgewachsen, fühlte sich Ludwig Demarmels im flachen Unterland in Romanshorn heimisch. Sein künstlerisches Erbe ist vielseitig, oft thematisieren seine Werke auch die Seelandschaft. Zu seinen Ehren wurde 1991 eine Strasse in Romanshorn nach ihm benannt.

«Demarmels hat sehr lange in Romanshorn gelebt, einen grossen Teil seines Werkes hier geschaffen und Romanshorn auch oft als Sujet verwendet. Da ist schon ein gewisser Stolz vorhanden», sagt Peter Höltschi, Gemeinderat und interimistischer Präsident des Vereins Ludwig Demarmels. Nicht nur wegen des finanziellen Wertes sei es der Gemeinde deshalb wichtig, die Werke zu erhalten.

Verein Ludwig Demarmels

Um das Andenken an den Künstler zu bewahren und sein Schaffen dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wurde im November letzten Jahres ein neuer Verein gegründet. Bereits zählt dieser gegen 200 Mitglieder. «Viele der Mitglieder sind aus Romanshorn oder Graubünden. Natürlich hat der Verein auch Interesse in Stierva hervorgerufen. Aber auch einige Kunstfreunde aus Deutschland gehören dem Verein an», sagt Höltschi.

Hauptziel des Vereins ist, Ehefrau Roswitha Demarmels bei der Betreuung des Lebenswerkes ihres Mannes zu entlasten. Seit 20 Jahren führt sie die Atelier-Galerie in ihrem Elternhaus, in dem auf drei Stockwerken rund 200 Bilder ihres Mannes ausgestellt sind. Es sollen aber auch neue und grössere Räumlichkeiten für die Ausstellung der über 500 Bilder gefunden und die langfristige Verwaltung der Demarmels-Sammlung sichergestellt werden. Momentan stehen diese Ziele jedoch noch im Hintergrund.

Als erstes steht die Strukturfindung für den Verein an. Am 1. September findet die erste Vereinsversammlung statt. Auf der Traktandenliste stehen als Hauptthemen die Genehmigung der Vereinsstatuten und die Wahl des Vorstandes. «Einige Mitglieder für den Vorstand sind bereits gesetzt, er ist aber noch nicht vollzählig», sagt Höltschi. Des weiteren soll auch über die zukünftige Arbeit des Vereins am 1. September diskutiert werden.

Erste Erfolge

Einen Erfolg kann der Verein schon jetzt verzeichnen. Mit den Schreiben zur Vereinsgründung konnte der Verbleib vieler von Demarmels' Kunstwerken ermittelt werden: «Wir können nun die Standorte vieler Werke katalogisieren. Zudem sind wir auf Gemälde aufmerksam geworden, von deren Existenz nicht einmal Roswitha Demarmels wusste.»

Um den Künstler an seinem 20. Todestag zu würdigen, ist das Haus Demarmels am 18. Juli von 10 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

Bildausschnitt aus «Am Bodensee» von Ludwig Demarmels. (Bild: Ludwig Demarmels)

Bildausschnitt aus «Am Bodensee» von Ludwig Demarmels. (Bild: Ludwig Demarmels)

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