Kunst bereichert die Strasse

AMRISWIL. Die Amriswiler Bahnhofstrasse wird für ein halbes Jahr zur Galerie. 19 Werke von Kunstschaffenden aus der Region laden zum Betrachten und Sinnieren ein.

Maya Mussilier
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Die Stadträte Claudio Zaffonato, Erwin Tanner und Stefan Koster finden offensichtlich Gefallen an dieser Skulptur. (Bild: Reto Martin)

Die Stadträte Claudio Zaffonato, Erwin Tanner und Stefan Koster finden offensichtlich Gefallen an dieser Skulptur. (Bild: Reto Martin)

Unkonventionell sind sie alle – herausfordernd die einen, einfach schön anzuschauen oder originell andere. Mit der Ausstellung «Kunstgeschäfte 2015» geht das Kunstprojekt Taxi of Modern Art, kurz Toma, in die nächste Runde und bricht gleich alle bisherigen Erfolge. «So viele Leute waren noch nie an der Eröffnung eines Toma-Projektes», zeigt sich Projektleiter Hanswalter Graf an der Vernissage erfreut.

Eine Plattform

Madeleine Rickenbach, Präsidentin der Kulturkommission Amriswil, steht auf einem der Würfel, die sich wie ein «roter» Faden durch die neueste Ausstellung ziehen. Von diesem erhöhten Standpunkt aus lässt sie ihren Blick über die zahlreich versammelten Besucher schweifen, begrüsst ihre Stadtratskollegen und insbesondere natürlich die beteiligten Kunstschaffenden. «Leider kenne ich noch nicht alle, aber auf dem anschliessenden Rundgang lässt sich das ja vielleicht noch ändern», gibt sie ihrer Hoffnung auf den persönlichen Kontakt Ausdruck.

Die Präsidentin der Kunstkommission freut sich. Die Ausstellung übertrifft ihre Erwartungen. «Wir wollten zwei Bereiche zusammenbringen», erklärt sie. Zum einen wollte man den nicht so bekannten Kunstschaffenden der Region eine Plattform im öffentlichen Bereich anbieten, andererseits die Fachgeschäfte der Bahnhofstrasse in dieses Projekt mit einbeziehen. Für Madeleine Rickenbach ist es nicht selbstverständlich, dass sich 19 Kunstschaffende an dieser Ausstellung beteiligt haben. Ebenso freut sie sich, dass die Fachgeschäfte sich offen für das Projekt zeigten, vor und in ihren Geschäften Platz zur Verfügung gestellt haben.

In Ruhe alles ansehen

Ein Wunsch von Madeleine Rickenbach ist es, dass die Ausstellung zum Austausch verschiedenster Leute führt. Dieser Wunsch wird schon an der Vernissage erfüllt. Obwohl genau jetzt der angesagte Regen einsetzt, bleiben sie bei den Kunstwerken stehen, schauen sich die Details genau an und diskutieren über die Idee, die sie dahinter sehen. Eine Künstlerin steht bei ihrem Werk und erklärt, was sie damit ausdrücken möchte. «Es nimmt mich sehr wunder, bitte sagen Sie mir ehrlich, was Sie davon halten», sagt sie zu dem älteren Paar, das ihren Ausführungen zugehört hat.

Der Gang vom Radolfzeller Park bis zur Kreuzung Säntisstrasse wird zum Erlebnisspaziergang. Es gibt für die Besucher allerhand zu entdecken. Ein Bub kann es sich nicht verkneifen: Als die meisten Besucher schon weitergezogen sind, setzt er sich voller Freude auf den Rücken des Seehundes, der einen Würfel auf der Nase balanciert.

Als Abschluss der Vernissage wartet auf die Besucher beim Weltladen ein Apéro. Hier werden die Gespräche vertieft, und manch einer meint: «Gut, dass die Ausstellung ein halbes Jahr dauert. Ich will mir die Werke in Ruhe nochmals ansehen.»

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