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KULTURPOLITISCHER ZWIST: Streit um Arboner Sonnenblumenhaus geht weiter

Schon zum zweiten Mal will der Stadtrat die Künstlervilla verkaufen. Durch ein Gutachten der nationalen Denkmalpflege dürfte das jedoch schwierig werden.
Tanja von Arx
Die Zukunft der Jugendstilvilla an der Rebenstrasse ist ungewiss. (Bild: PD)

Die Zukunft der Jugendstilvilla an der Rebenstrasse ist ungewiss. (Bild: PD)

Das Geschenk ist längst zum Streitobjekt geworden. Und jetzt wird das Ganze noch einmal brisanter. Die Rede ist vom sogenannten Sonnenblumenhaus, einer Künstlervilla an der Rebenstrasse, welche die Stadt durch die Erblasserin erhalten hat. Und das der Stadtrat nun verkaufen will – bereits zum zweiten Mal. Ganz wider den Willen des Vereins Haus Max Burkhardt, der sich für dessen Erhalt und die öffentliche Zugänglichkeit einsetzt. Wie jetzt bekannt wird, hat der Bund ein Statement in der Sache abgegeben. Und dieses hat es in sich. Denn gemäss einer Einschätzung des Bundesamts für Kultur wäre eine Veräusserung wohl nicht einfach.

Innenausstattung in gutem Zustand

Leza Dosch, Experte für Denkmalpflege, attestiert dem Haus "unbestritten den Status als Schutzobjekt" auf kommunaler wie eidgenössischer Ebene. So, wie es bereits die kantonale Denkmalpflege getan hat . Dosch gibt aber auch eine architekturhistorische Einordnung des Gebäudes ab. Allem voran stuft der gemäss das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz die Kleinstadt oder den Fleck Arbon als Ortsbild von nationaler Bedeutung ein, das Burkhardt-Haus wird als Teil eines Wohnquartiers mit einem Hinweis versehen.

Ausserdem sei die Villa eine der wenigen Künstler- oder Atelierhäuser des Jugendstils in der Schweiz, andere Objekte fänden sich erst in München oder Wien. "Die Einzigartigkeit des Gebäudes besteht darin, den Jugendstil internationalen Zuschnitts in einem kleinen und bescheidenen Gebäudevolumen verwirklicht zu haben." Es handle sich um ein Gesamtkunstwerk: Zwei Strömungen des Jugendstils würden aufeinandertreffen, der geometrische, wie er sich im kubischen Gebäudekörper offenbare, und der florale, wie er in Blumenmustern auftrete. "Selten trifft man ein so reich ausgestattetes Inneres in so gutem erbauungszeitlichem Erhaltungszustand an", sagt Dosch.

Änderungen ausgeschlossen

Insgesamt stuft der Bundesexperte den Eigenwert der Villa als hervorragend und den Situationswert als hoch ein. Dies im Nachgang an eine Begehung am 21. März, an der auch Stadtrat Peter Gubser und Bettina Hedinger von der kantonalen Denkmalpflege teilnahmen. Die abschliessende Beurteilung von Dosch lautet: "Die Bedeutung des Gebäudes durch die Unterschutzstellung und der hervorragende Zustand im Innern sowie im Äussern verlangen eine integrale Erhaltung der Originalsubstanz." Ein gewisser Spielraum für Änderungen bestehe lediglich in nachträglich veränderten respektive umgebauten Bereichen.

Demnach stellt sich die Frage: Wer würde ein Haus kaufen, an dem man nichts anpassen darf und im Gegenteil noch für die Instandhaltung aufkommen muss? Das abgesehen von den nötigen Mitteln. Denn als Grund für den Verkaufsentscheid nannte der Stadtrat die Finanzen von Arbon. Er rechnet mit einem Erlös von über einer Million Franken.

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