Kritik am Bauboom

Viel deutlicher konnte es das Kreuzlinger Stimmvolk nicht mehr ausdrücken. Es will keine Überbauung zwischen den beiden Schlössern. Die Initianten selbst hatten dieses Resultat nicht für möglich gehalten, und auch sonst hatte es kaum jemand erwartet.

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Viel deutlicher konnte es das Kreuzlinger Stimmvolk nicht mehr ausdrücken. Es will keine Überbauung zwischen den beiden Schlössern. Die Initianten selbst hatten dieses Resultat nicht für möglich gehalten, und auch sonst hatte es kaum jemand erwartet. Besonders bemerkenswert am Entscheid ist aber nicht der grundsätzliche Wille nach einer Freihaltung des Landes, sondern dass er geäussert wurde, trotz der im Hintergrund drohenden Kostenfolge in Millionenhöhe.

Offenbar ist es den Kreuzlingerinnen und Kreuzlingern viel Geld wert – wohlgemerkt Geld, das anderswo fehlen und schmerzen wird – der Überbauung dieser Wiese Einhalt zu gebieten.

Als Aufschrei gegen den Bauboom in der ganzen Stadt muss man das Verdikt aber auch interpretieren. Die Parzellen am Westende dienen zweifellos auch als Stellvertreter für eine generelle Angst vor der vielzitierten «Zubetonierung der gesamten Stadt».

Der Stadtrat erhielt gestern eigentlich zwei Botschaften vom Stimmbürger. Einerseits muss er die Schlösser freihalten. Andererseits verlangt das Volk, dass man sich auch grundsätzliche Gedanken über die fortschreitende Bautätigkeit in der Stadt macht. Realistisch betrachtet ist vieles wohl nicht mehr umkehrbar. Was heute als Fehler beklagt wird, war einst so gewollt. Für den Stadtrat ist die Situation ein Drahtseilakt zwischen Wollen und Können. Auch, weil es nicht möglich ist, ein Mass zu finden, das für alle stimmt.

Urs Brüschweiler