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Krisen fordern ein Umdenken

Erfreulich viele Besucher verzeichnete die erste Veranstaltung der Elternschule Bischofszell. Hartwig Volbehr sprach über die Herausforderungen der Gegenwart und die Abhängigkeit von den Medien.
Werner Lenzin
Hartwig Volbehr im Gespräch mit Res und Dodo Hofmann. (Bild: Werner Lenzin)

Hartwig Volbehr im Gespräch mit Res und Dodo Hofmann. (Bild: Werner Lenzin)

BISCHOFSZELL. «Ich möchte nicht nur die Krisen der Welt, sondern auch die inneren Krisen thematisieren», begrüsste Hartwig Volbehr seine Zuhörer. Als Krise bezeichnete er die Situation, wenn sich etwas zuspitzt und wenn man zu einer Entscheidung und zu einem Höhepunkt kommt. «Die Bewältigung einer Krise bedeutet ein Umdenken und das Entwickeln neuer Strategien», betonte der Psychotherapeut.

Das Ich bezeichnete er als Fähigkeit, auf sich selbst zu schauen, sich selbst als Wesen zu betrachten, aber auch sich selbst zu entwickeln und zu reflektieren. Mit Blick auf die Gesellschaft stellte Volbehr fest: «Der Mensch wird immer individueller und löst sich immer mehr aus der Gemeinschaft heraus.»

Hautnah erlebt

Für Volbehr ist Selbstbewusstsein nicht identisch mit Egoismus und «individuell werden» bedeutet für ihn wach werden im eigenen Ich. Krisen habe es schon immer gegeben auf der Welt und heute finde man diese auf allen Ebenen. «Die Krise erleben wir heute im Unterschied zu früher hautnah im Wohnzimmer, wodurch wir den Raum überwinden und die Welt kleiner wird», so der Psychotherapeut. Er stellt fest, dass die Menschheit zusammengerückt ist und somit das Gefühl entsteht: die ganze Menschheit gehört zusammen. Dadurch gelingt es auch, Zusammenhänge besser zu verstehen.

«Viele Krisen der Welt hängen mit uns zusammen, unter anderem auch die Flüchtlingskrise, denn wir haben den Osten destabilisiert.» Man fühlt sich mitverantwortlich und kann sich emotional und verantwortlich nicht heraushalten. Für Volbehr hat sich der Schreck von aussen in das Innere des Menschen hinein verlagert. Er stellt fest, dass die heutigen Menschen mit Informationen überhäuft werden, die sie nicht verarbeiten können. Es fehlt die Zeit zur Verarbeitung und die Inhalte lassen sich kaum verdauen. Alles, was der Mensch nicht versteht oder nicht verarbeiten kann, bleibt – so Volbehr – in ihm hängen und belastet sein Unterbewusstsein. Er fordert, dass der Mensch aus eigener Kraft interpretiert und aus eigener Erkenntnis heraus handelt.

Das Bewusstsein selber bilden

Weiter gab der Referent zu verstehen, dass der Mensch sein Bewusstsein selbst bildet, die Medien mit ihren Mustern dafür sorgen, dass viele Erlebnisse von Angst geprägt sind. «Wer die Herrschaft über das Unbewusste im Griff hat, der hat den Menschen im Griff», betont Volbehr. Für ihn ist wichtig, wie das Ich gestärkt werden kann, damit diese Kräfte des Unterbewussten nicht überhandnehmen. Als das dramatischste an der ganzen abendländischen Menschheitsentwicklung bezeichnet er die Tatsache, dass man mit Regeln und Verordnungen konfrontiert ist, die nicht mit der Wirklichkeit in Verbindung stehen. Man werde von toten Vorstellungen regiert und das freie lebendige Denken gehe immer mehr verloren.

Automatismen statt Bedürfnisse

Als neue Sucht bezeichnet Volbehr die Abhängigkeit von den Medien. Für ihn stecken dahinter Automatismen und keine Bedürfnisse. Wie lernt man die Herrschaft zu haben über das eigene Bewusstsein? Eine klare Antwort sei die «Moment mal»-Übung. Diese helfe vom Automatismus wegzukommen. Diese Übung ist für Volbehr eine von den wesentlichsten Bewusstseinsübungen und seine Forderung ist klar: «Der Mensch muss zur Freiheit und zur Individualität zurückkommen.»

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