KREUZLINGEN: Zweiter Anlauf für das neue Bad

Nächste Woche kommt die Botschaft für die Sanierung und Erweiterung des Egelsee in den Gemeinderat. Stadt und Schule sind überzeugt, dass mit diesem Projekt mehr Nutzer profitieren.

Martina Eggenberger Lenz
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Die Visualisierung zeigt, wie der sanierte alte Teil mit dem separaten Auslauf für die Rutschbahn aussehen wird. (Bild: pd)

Die Visualisierung zeigt, wie der sanierte alte Teil mit dem separaten Auslauf für die Rutschbahn aussehen wird. (Bild: pd)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger @thurgauerzeitung.ch

Mutige Investitionen zahlen sich aus. Das sehe man an den Beispielen Seeburgpark und Dreispitz, sagt Vize-Stadtpräsidentin Dorena Raggenbass. Auch das Familien- und Freizeitbad ist eine solche Kiste. Vor drei Jahren scheiterte ein erstes Projekt bekanntlich am Stimmvolk. Doch die Vertreter der Stadt und der Schule sind zusammen mit den Planern über die Bücher gegangen, haben aufgrund des Zeitdrucks bei den Sanierungen vorwärts gemacht und einen neuen Vorschlag ausgearbeitet. Am Donnerstag entscheidet der Gemeinderat darüber. Am 4. März voraussichtlich das Stimmvolk.

Weniger Sport, mehr Spass

Aus dem Sport- und Freizeitbad von 2014 ist ein Familien- und Freizeitbad geworden. Anders als bei der ersten Variante setzt man bei der Erweiterung nun nicht mehr auf ein 50-Meter-Wettkampfbecken, sondern auf einen Anbau mit einem 33-mal-25-Meter-Pool, der mit einer Trennwand unterteilt werden kann. Die Wasserfläche wird verdreifacht. Die Öffnungszeiten können für die Öffentlichkeit verdoppelt werden, wobei auch die Eintrittspreise leicht steigen. Der bestehende Teil wird saniert und aufgewertet. Aushängeschild soll die neue 60 Meter lange Rutschbahn werden. Im Verbindungsteil wird mit einem Dampfbad das Wellness-Element aufgegriffen. Es gibt ein Selbstbedienungsbistro und Aufenthaltsbereiche. «Alles in allem ist das neue Bad viel familienorientierter», erklärt Michael Thurau, Vizepräsident der Sekundarschulbehörde. Neu ist auch das Konzept der verschiedenen Temperaturen in den einzelnen Becken. Den Schwimmern reichen 26 Grad im Sportbecken. Die Kleinsten planschen bei 34 Grad. Für den Familienbereich sind 30 beziehungsweise 32 Grad warmes Wasser geplant. Stark überarbeitet wurde das Energiekonzept, welches nun um ein Vielfaches effizienter ist und längerfristig Einsparungen garantiert. Der in sich geschlossene Energiekreislauf funktioniert unabhängig von Öl und Gas. «Nach der Sanierung wird der alte Teil Neubau-Qualität erreichen», betont Dorena Raggenbass. Das hat natürlich seinen Preis. 10 Millionen werden ins alte Bad investiert. 25,4 Millionen kostet der Neubau. Die Sekundarschule steuert 4,5 Millionen bei. Bleibt ein Rest von 31 Millionen für die Stadt, wobei Kantonsbeiträge von 3,7 Millionen zugesichert sind. Bei den Betriebskosten rechnet man mit 1,387 Millionen Franken jährlich. Die Aussengemeinden übernehmen einen Fünftel, Sek und Primarschule beteiligen sich ebenso wie der Kanton. Bleibt für die Stadt ein Betrag von knapp 230000 Franken. Inklusive Finanzdienst kommt man auf Kosten von 1,85 Millionen jährlich. «Wir stehen finanziell gut da und können uns das leisten», sagt die Vize-Stadtpräsidentin.

Diskussionen gab es im Vorfeld wegen der finnischen Sauna, die im neuen Projekt nicht mehr vorgesehen ist. «Falls im Gemeinderat ein Vorstoss kommt, werden wir das überprüfen», erklärt Dorena Raggenbass. Michael Thurau fasst die Vorzüge des neuen Projekts abschliessend zusammen: «Beim ersten Vorschlag war die Ausrichtung auf den Sport zu stark. Jetzt haben wir für alle Nutzergruppen ein besseres Projekt.»