KREUZLINGEN: «Wir haben ein Kapazitätsproblem»

Stadtrat Ernst Zülle hält an der Notwendigkeit von zusätzlichem Personal im Departement Bau fest – trotz Gegenwind im Gemeinderat.

Martina Eggenberger Lenz
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Der Gemeinderat hat am Donnerstag in der Budget-Debatte den Betrag für eine neue Stelle in der Bauverwaltung auf Antrag der SVP gestrichen. Stadtrat Ernst Zülle hatte diese für einen Koordinator für Bauprojekte vorgesehen.

Ernst Zülle, sind Sie enttäuscht, dass der Gemeinderat die Stelle nicht durchgewunken hat?

Ich bedaure das natürlich sehr. Es geht bei der neuen Stelle ja nicht nur um das Stadthaus, sondern auch um die anderen grossen Projekte wie das Familien- und Freizeitbad, das Schiesser-Areal und so weiter. Es wäre einfach gut, wenn wir für die Bauphasen dieser Projekte einen guten Assistenten hätten, denn die Bauverwaltung hat echt ein Kapazitätsproblem. Sie ist eigentlich eine Bewilligungsbehörde. Und die Stadtplaner sind mit der Ortsplanungsrevision und den Gestaltungsplänen ausgelastet.

Wie wollen Sie das Problem nun nach diesem Gemeinderatsentscheid lösen?

Wahrscheinlich wird es einen neuen Anlauf für die Stelle geben, man könnte das Thema nachträglich noch einmal in den Gemeinderat bringen. Oder aber wir kaufen uns Drittleistungen ein. Mir wäre es lieber, wir hätten eine Fachperson im Haus

Es gab im Rat Stimmen, die meinten, die Stelle wäre bei der Bauverwaltung am falschen Ort.

Das hat sich so ergeben, weil ich nach Andreas Netzles Abgang das Stadthaus-Projekt übernommen habe. Dorena Raggenbass kann sich nebst dem Präsidium und dem Departement Gesellschaft mit dem Projekt Bad nicht auch noch darum kümmern. In der Tat würde der neue Koordinator departementsübergreifend arbeiten.

Mehrere fanden, es müsse erst der Entscheid gefällt werden, ob das Stadthaus mit einem Generalunternehmer gebaut wird.

Das ist eine der ersten Fragen, die wir zusammen mit dem Bauherrenvertreter und der Baukommission angehen wollen. Aber wie gesagt: auch mit einem GU braucht es die Stelle. Sie ist nicht nur für das Stadthaus gedacht.

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch