KREUZLINGEN: Verrückt nach Abenteuern

Schiffe und Boote prägen den Alltag von Bernhard Seger. Einerseits leitet er eine Werft, andererseits ist er ein begnadeter Segler. Mit seiner «Mad Box» nimmt er an vielen Regatten teil.

Nicole D’orazio
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Für die nächste Regatta bereit: Bernhard Seger steht auf dem Anhänger mit seiner «Mad Box». (Bild: Nicole D’Orazio)

Für die nächste Regatta bereit: Bernhard Seger steht auf dem Anhänger mit seiner «Mad Box». (Bild: Nicole D’Orazio)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch

Auf dem Wasser fühlt er sich zu Hause. Bernhard Seger liebt es, mit seinem Regattaboot über den See oder das Meer zu jagen oder mit der Familie gemütlich übers Wasser zu schippern. An vielen Wochenenden im Jahr nimmt er an Regatten teil. «Mad Box», sein Starboot, ist seit einem Jahr sein treuer Begleiter. Letztes Jahr hat er es gekauft. «Meine Frau hat es mir erlaubt», sagt er und lacht. «Ich bin fast jedes zweites Wochenende an einem Rennen.» Kürzlich nahm der Bottighofer an der Weltmeisterschaft in Dänemark teil. «Im ersten Lauf ist leider der Mast gebrochen. Ich war mit dem Wettkampf nicht wirklich zufrieden», erzählt er. International vorne mitzuhalten, sei sowieso schwierig. Dennoch macht er regelmässig an internationalen Wettkämpfen mit.

Zweimaliger Schweizer Meister

In der Schweiz gehört der 55-Jährige aber zu den Besten. Letztes Jahr holte er zusammen mit Walter Oess den Schweizer-Meister-Titel in der Star-Klasse. «Vor 31 Jahren habe ich das schon einmal geschafft», erzählt er und lacht. «Heute bin ich allerdings nicht mehr so ehrgeizig wie früher.» Einen fixen Vorschoter, das ist der Vordermann im Segelboot, für die Regatten hat er nicht. «Das wäre aber schon schön, einen fixen Partner zu haben.»

Manchmal «fuchst» es das Mitglied der Seglervereinigung Bottighofen etwas, dass er nicht an Olympischen Sommerspielen teilnehmen konnte. «Für Los Angeles 1984 habe ich die Selektion als Zweiter knapp verpasst. Und für Seoul vier Jahre später wäre ich zwar startberechtigt gewesen, verzichtete aber jobbedingt.» Denn damals kam er vom Thuner- an den Bodensee, genauer nach Bottighofen. «Spitzensport und Beruf liessen sich nicht vereinbaren. Aber es war richtig, mich für die Arbeit zu entscheiden», erzählt er. Seit 1992 ist Seger selbstständig und leitet seine eigene Werft. Seit fünf Jahren befindet sich diese in Kreuzlingen. «Wir bauen keine Boote. Wir reparieren und restaurieren Schiffe, verkaufen sie und bieten ein Winterlager an», sagt er. Die Schiffe und Boote sind sozusagen sein Leben. So oft er kann, fährt in seiner Freizeit auf dem See raus.

Zweite Yacht für Ausfahrten und Ferien

«Mad Box» segelt allerdings nicht oft über den Bodensee. «Ich kann das Boot hier nicht selber einkranen, müsste jedes Mal den Hafenmeister rufen», erklärt Seger. Das Starboot ist sowieso nur für zwei Personen gedacht und hat als Regattayacht keinen Komfort zu bieten. «Für Ausfahrten mit meiner Frau und der Familie habe ich ein zweites Boot in Bottighofen stationiert, eine X-99», erzählt Seger. «Diese ist ideal für Ausfahrten und Ferien.» Diese geniesst er vor allem im Sommer. «Wir sind schon den Alten Rhein hinauf gefahren. Das ist wunderschön», erzählt Seger. Schnell packt ihn allerdings wieder der Ehrgeiz und er bereitet die nächste Regatta vor. «Mad Box» wartet dann bereits auf dem Anhänger.