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KREUZLINGEN: Unschweizerische Grosszügigkeit

Vor 60 Jahren sagten die Stimmbürger von Kreuzlingen Ja zum Kauf des Seeburgparks. Eine Führung erinnerte an die Anfänge dieses unvergleichlichen Naherholungsgebiets.
Barbara Hettich
Alt Stadtrat Guido Leutenegger erklärt den Besuchern die Geschichte des Seeburgparks. (Bild: Reto Martin)

Alt Stadtrat Guido Leutenegger erklärt den Besuchern die Geschichte des Seeburgparks. (Bild: Reto Martin)

Barbara Hettich

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Es war eine legendäre Abstimmung, damals vor 60 Jahren. Mit einem knappen Mehr von 28 Ja-Stimmen genehmigten die Kreuzlinger Stimmberechtigten 1958 den Kauf des Seeburgparks samt Schloss für 2,4 Millionen Franken. «Ein mutiger und richtiger Entscheid», sagt Guido Leutenegger. Am Sonntag führte der ehemalige Gemeinde- und Stadtrat und Präsident von Pro Natura im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten interessierte Besucher durch den Park: von der Seeburg über den Steg zum Uferweg, zur Wollsaueninsel und zurück zum Yachthafen.

Früher war es hier nicht so schön

Blühende Wiesen, quakende Frösche, singende Vögel und viele Menschen, welche am Seeufer Erholung suchten: Der Park präsentierte sich zum Jubiläum im besten Licht. «Als die Stadt den Seeburgpark kaufte, war nicht alles so schön», erinnerte Guido Leutenegger mit Fotos an eine andere Zeit, als der See noch bis vor die Seeburg reichte und das Land intensiv landwirtschaftlich genutzt wurde. Die Weichen für «den schönsten Park Europas» hätten die Kreuzlinger vor 56 Jahren gestellt, als sie den Antrag eines Initiativkomitees genehmigten, den Seeburgpark der Öffentlichen Grünzone zuzuweisen. Damit habe die Bevölkerung Pläne der Stadtregierung vereitelt, einen Teil des Parks mit Wohnblocks zu überbauen. Für 2,4 Millionen Franken haben die Kreuzlinger damals 18 Hektaren Land gepostet, durch Aufschüttungen hat die Stadt dann weitere 30 Hektaren dazu gewonnen. Der Seeburgpark besticht heute durch seine unschweizerische Grosszügigkeit. Die Landschaft wurde von Menschen gestaltet, Schilf, Deiche, Weiher und Insel sind angelegt, meist zufällig und dennoch so harmonisch, dass sich das Areal zu einem der schönsten Parks und zum Amphibienschutzgebiet von nationaler Bedeutung entwickelt hat. Verbotsschilder findet man keine, die grosszügige Gestaltung mit genügend Rasenflächen und naturbelassener Wiese sorge dafür, dass Mensch und Natur sich nicht in die Quere kommen, so Leutenegger. «Wir sind nicht die einzige Gemeinde, die Land am See gekauft hat, aber Kreuzlingen hat das Gescheiteste draus gemacht.»

Im Schloss gab es Kaffee und Kuchen

Auch die Seeburg selbst zeigte sich am Sonntag im besten Licht. Alt-Stadtpräsident Josef Bieri nahm sich in einer Führung durch die alten Mauern der historischen Bedeutung an und im Schloss-Restaurant gab es Kaffee und Kuchen zu Preisen von anno 1958.

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