Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

KREUZLINGEN: Tüftler auf Erfolgskurs

Nikolaus und Dominic Moraitis haben einen Staubsaugeraufsatz entwickelt, der auf reges Interesse stösst. Die junge Unternehmung ist sogar mit Baumärkten im Gespräch.
Rita Kohn
Dominic und Nikolaus Moraitis im Modellbau-Atelier, in dem die Idee für die Staubsaugerdüse entstanden ist. (Bild: Rita Kohn)

Dominic und Nikolaus Moraitis im Modellbau-Atelier, in dem die Idee für die Staubsaugerdüse entstanden ist. (Bild: Rita Kohn)

Rita Kohn

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch

Nikolaus Moraitis ist ein Tüftler. «Leider», sagt sein Sohn Dominic mit einem liebevollen Lachen. Nicht immer war der junge Mann begeistert von den Ideen seines Vaters. «Das Leben mit einem Tüftler ist nicht immer ganz einfach», gesteht er. Entsprechend verhalten hat er reagiert, als die neueste Idee auf den Tisch kam. «Ich brauchte ein wenig Überredungskunst, dass er sich die Sache angesehen hat», sagt Nikolaus Moraitis mit einem Schmunzeln.

Dominic Moraitis hat sich die Erfindung des Vaters nicht nur angesehen, er fand sie auch überzeugend. Der gelernte Konstruktionsmechaniker erkannte das Potenzial der Erfindung: Eine Staubsaugerdüse, mit der Kleinteilschubladen ebenso gesaugt werden können, wie Fensterritzen oder andere schmale Stellen. Nikolaus Moraitis hatte, um seinen Sohn zu überzeugen, einen Prototypen gebaut. «Was ich gesehen habe, hat mich dazu bewegt, mitzumachen», sagt er.

An der Olma auf gutes Echo gestossen

Für den ehemaligen Mitarbeiter der Swisscom, Dominic Moraitis, war es klar, dass es eine seriöse Grundlage braucht, um das Produkt gewinnbringend auf dem Markt zu lancieren. «Wir haben ein Unternehmen gegründet und die Erfindung für das Patent angemeldet», sagt er. Das junge Unternehmen hat seinen Sitz in Kreuzlingen. Für den in Konstanz lebenden Erfinder und seinen Sohn eine ideale Situation.

In der Schweiz wurde die Düse denn auch ein erstes Mal einem grösseren Publikum vorgestellt. «Wir konnten ganz kurzfristig einen Platz an der Olma ergattern», erzählt der Erfinder nicht ohne Stolz. Zwar sei es kein idealer Standplatz gewesen, doch das Interesse der Besucherinnen und Besucher habe dennoch die Erwartungen übertroffen. Bei einer weiteren Präsentation kurz darauf an einer Modellbaumesse setzte sich die positive Erfahrung fort. «Wer damit arbeitet, ist davon überzeugt», freut sich Nikolaus Moraitis. Tatsächlich sind bereits mehrere Tausend Düsen verkauft.

Den Start dank Crowdfounding geschafft

Da weder Nikolaus Moraitis, der in Konstanz ein Tattoo-Studio betreibt, noch sein Sohn über das notwendige Startkapital verfügten, um die Produktion in Gang zu bringen, hatten sie den Sprung über Crowdfounding gewagt. «Es kam besser an, als wir befürchtet hatten», sagt der Erfinder mit einem Lachen. Immerhin haben sie rund 650000 Dollar zusammen bekommen, um die notwendigen Werkzeuge herstellen und die ersten Düsen produzieren zu lassen. Doch zunächst drohte das Unternehmen doch noch zu scheitern. «Die erste Firma, mit der wir zusammen arbeiteten, konnte sich nicht an ihre Versprechen halten. So ist es zu massiven, zeitlichen Verzögerungen gekommen.» Für Dominic Moraitis war es eine nervenaufreibende Zeit. «Ich war auch mal dicht davor, aufzugeben», bekennt er. Die letztlich neumonatige Verzögerung bis zur Produktion habe ihn viel Energie gekostet. «Mittlerweile haben wir das aber alles im Griff und können die bestellten Düsen ausliefern.»

Und die Bestellungen laufen nun rege ein. So rege, dass das junge Team kaum mit verpacken und verschicken nach kommt. «Wenn es so weiter geht, werden wir zusätzliche Helferinnen und Helfer einstellen müssen», sagt der Jungunternehmer mit einem Stirnrunzeln. Schon jetzt arbeitet er oft bis in die Nacht hinein, um alle Pakete bereit zu machen. Er ist sich bewusst, dass noch ein grösseres Arbeitsvolumen auf die junge Unternehmung zukommt, wenn sich die derzeit laufenden Gespräche mit grösseren Firmen positiv entwickeln. Der bald 29-jährige Unternehmer ist aber mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. Er investiert zu viel von sich selber in die Sache, um zu einem Höhenflug anzusetzen und dann abzustürzen.

Der Vater, der seinen Sohn bei der Bewältigung der Logistik tatkräftig unterstützt und auch einen Grossteil der Verhandlungen mit Baumärkten und anderen Firmen führt, ist stolz darauf, dass eine seiner Ideen nun fruchtet. «Ich habe noch viele weitere Ideen», kündigt er an, worauf Dominic Moraitis mit den Augen rollt. Das Vater-Sohn-Gespann zieht jedoch am selben Strick und beide sind stolz darauf, dass sie gemeinsam etwas erreicht haben, was für viele andere nur ein Traum bleibt.

Dusty Brush

Die Erfindung von Nikolaus Moraitis wird unter dem Namen «Dusty-Brush» angeboten. Es handelt sich um eine Staubsaugerdüse, mit der unter anderem Kleinteilschubladen, Spielzeugkisten oder Schmuckkästchen gesaugt werden können, ohne dass dabei Kleinteile verschluckt werden. Die Rückmeldungen von den Käuferinnen und Käufern sind laut dem Erfinder und seinem Sohn positiv. Mehr über die Düse ist auf der Website www.dusty-brush.com zu erfahren.(rk)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.