KREUZLINGEN: Tüfteln im Unterricht

Der Geburtstag des Physik-, Chemie- und Zeichenlehrers Wilhelm Fröhlich jährt sich zum 125. Mal. Er hat den Kindern durch Baukästen das Experimentieren gezeigt und die Volkshochschule mitbegründet.

Viola Stäheli
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«Er war genial», sagt Cornelia Castan. Gestern vor 125 Jahren erblickte ihr Vater Wilhelm Fröhlich in Buch bei Happerswil das Licht der Welt. Es war die Geburtsstunde eines grossen Mannes, der den Kindern auf eine ganz neue Art und Weise die Naturwissenschaften näherbrachte: Er ist der Erfinder der Kosmos-Baukästen. Diese Experimentierkästen erfreuen sich noch heute grosser Beliebtheit. Fröhlich war ein Kreuzlinger Physik-, Chemie- und Zeichenlehrer. Ausserdem zählte er zu den Gründern der Volkshochschule Kreuzlingen und hatte 25 Jahre lang deren Vorsitz inne. Zu seinen Ehren ist im Museum Rosenegg eine ­kleine Ausstellung errichtet.

Fröhlich war ein begeisterter Pädagoge, der sich für einen lebendigen Unterricht einsetzte. Aus diesem Kontext heraus entstanden die Kosmos-Experimentierkästen. Durch seine Unterrichtsart konnte er bei vielen jungen Leuten die Begeisterung für ein wissenschaftliches Studium wecken. Zu diesen gehörte auch sein Sohn Rainer Fröhlich, der an der ETH Physik studierte. «Unser Vater hatte sein Labor zu Hause», erzählt Castan. Dort tüftelte er nicht nur, sondern machte auch Versuche mit seinen Kindern: «Wir bastelten mit verschiedenen Bauteilen beispielsweise ein Buschtelefon oder machten chemische Versuche – etwa, welche Substanzen eine Flamme ergeben, wenn man sie zusammengiesst», erinnert sich Castan. Wilhelm Fröhlich war bereits 62 Jahre alt, als erst seine Tochter und später sein Sohn auf die Welt kam. Seine Ehefrau war 32 Jahre jünger.

Viola Stäheli

viola.staeheli@thurgauerzeitung.ch