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KREUZLINGEN: Traurige Schicksale begleiten den Fussmarsch

Am Ostermontag findet in Konstanz und im Dreispitz der Start für den «Marsch des Lebens» statt. Der Gedenkmarsch führt erstmals durch den Thurgau. Er erinnert an das Leiden der Juden – auch hierzulande.
Annina Flaig
Blick zum Emmishofer Zoll. Er ist am Samstag nur in Richtung Konstanz befahrbar. (Bild: Reto Martin)

Blick zum Emmishofer Zoll. Er ist am Samstag nur in Richtung Konstanz befahrbar. (Bild: Reto Martin)

Annina Flaig

annina.flaig@thurgauerzeitung.ch

Die Szenen in Kreuzlingen waren dramatisch. «Im zweiten Weltkrieg wurden hier an der Grenze unzählige jüdische Flüchtlinge zurückgewiesen, was für die meisten den sicheren Tod bedeutete», sagt Urs Jundt. Er erinnert aber auch daran, dass die Bevölkerung oft hilfsbereit war, wie die jüdische Gemeinde Kreuzlingen ihren nach Gurs deportierten Konstanzer Glaubensgeschwistern praktische Überlebenshilfe zukommen liess. «Und es gab Fluchthelfer, die am Grenzübergang unter Todesgefahr Flüchtlinge in die Schweiz retteten.» Die Rolle Kreuzlingens während des Holocausts hat die Initianten auf die Idee gebracht, den Start-Event für den erstmals stattfindenden «Internationalen Marsch des Lebens für Israel» in Kreuzlingen und Konstanz zu veranstalten. Urs Jundt wohnt in Horn. Der pensionierte Arzt ist Organisator des Anlasses, der am Ostermontag stattfindet.

Marschierende denken an die deportierten Juden

Der Marsch beginnt um 14 Uhr beim Kaiserbrunnen auf der Marktstätte in Konstanz. Er führt durch die Altstadt, wo man sich an ergreifende Schicksale von deportierten Juden erinnern wird. Zusammen überqueren die Fussgänger den symbolträchtigen Hauptzoll und erreichen via Hauptstrasse in Kreuzlingen voraussichtlich um ca. 15.30 Uhr den Dreispitz. Der Marsch des Lebens Konstanz-Kreuzlingen ist Teil einer über zehnjährigen, weltweiten Bewegung, die sich in über 350 Städten gegen Antisemitismus einsetzt. In der Schweiz finden die Märsche seit drei Jahren an verschiedenen Orten statt.

«Auch der Thurgau hat Schuld auf sich geladen»

Durch den Thurgau ist man bisher nie marschiert. «Dabei hat auch der Thurgau Schuld auf sich geladen», betont Jundt und erinnert daran, wie man hierzulande stolz darauf war, judenfrei zu sein. Neu an der Gedenkveranstaltung ist, dass das Anliegen fünf Wochen lang vom Bodensee bis nach Genf durch die ganze Schweiz getragen wird. Die Strecke ist in diverse Etappen à rund 20 Kilometer unterteilt. «Es gibt auch solche, welche die ganzen 400 Kilometer marschieren», weiss Jundt. In Kreuzlingen werden rund 300 Leute erwartet. Die Gesamtorganisation obliegt dem Verein Abraham, der sich als Versöhnungs- und Gebetsdienst bezeichnet und von «Gebet für die Schweiz» und den Israelwerken Schweiz unterstützt wird.

Marsch des Lebens

Ostermontag, 14 Uhr, ab Kaiserbrunnen Konstanz. Anschliessend Event mit Grusswort von Stadträtin Dorena Raggenbass ab 15.30 Uhr im Dreispitz. Infos unter: www.marschdeslebens.ch

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