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KREUZLINGEN: Symbol des Friedens

Seit zehn Jahren gibt es die Kunstgrenze. Etwa 200 Gäste feierten dieses Ereignis, wenn aus Witterungsgründen auch in der Aussenhalle der Bodensee-Arena.
Aurelia Scherrer
Zu den Klängen des Saxophonisten Bernd Konrad feierten Kreuzlinger und Konstanzer gemeinsam. (Bild: Aurelia Scherrer)

Zu den Klängen des Saxophonisten Bernd Konrad feierten Kreuzlinger und Konstanzer gemeinsam. (Bild: Aurelia Scherrer)

Aurelia Scherrer

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

Es war ein denkwürdiges Ereignis, als der seinerzeitige Kreuzlinger Stadtammann Josef Bieri und sein Konstanzer Amtskollege Horst Frank vor elf Jahren den Grenzzaun auf Klein Venedig durchschnitten. Für beide war es ein besonderes Erlebnis, das bis heute nachklingt. Für die Einwohner der Schwesternstädte Kreuzlingen und Konstanz ist es längst selbstverständlich, dass an Stelle des Maschendrahtzauns seit zehn Jahren die 22 überdimensionalen Tarotfiguren des Künstlers Johannes Dörflinger die Staatsgrenze markieren und gleichzeitig die Durchlässigkeit dieser EU-Aussengrenze symbolisieren.

«Wir konnten etwas bewirken»

Im Rahmen des Festaktes mitsamt der grenzüberschreitenden Tafel, welche witterungsbedingt in die Aussenhalle der Bodensee-Arena verlegt wurde und an der rund 200 Gäste teilnahmen, würdigten die Redner, dass die weltweit erste und ein­zige Kunstgrenze heute noch weniger selbstverständlich sei als zu Zeiten der Einweihung. «Wir konnten etwas bewirken», stellte der Konstanzer Altoberbürgermeister Horst Frank mit freundschaftlichem Blick auf seinen seinerzeitigen Amtskollegen Josef Bieri fest. Mit dem Akt, den Grenzzaun niederzureissen, «haben wir gezeigt, dass wir eine ­Region, eine Agglomeration sind.Und wir vergegenwärtigen uns, was es bedeutet, einen Grenzzaun abzubauen.» Im Hinblick auf die aktuellen politischen Entwicklungen ist der Grenzabbau sogar noch aussergewöhnlicher. Was Bieri damals nicht gedacht hätte: «Wie die Menschheit sich entwickelt. Heute wird in Ungarn der zweite Grenzzaun eingeweiht. Wir können nur hoffen, dass die Bürger klüger sind als die Politiker, die das Sagen haben.»

«Es war ein Aufbruch zu einer neuen Grenzkultur. Ein einzigartiges und friedliches Beispiel», würdigte der amtierende Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt die Leistung der Vorgänger. Damals sei man optimistisch gewesen, denn «heute müssen wir erkennen, dass die Entwicklung eine Gegenrichtung eingeschlagen hat. Trump ist entschlossen, eine 3200 Kilometer lange Mauer zu bauen.» Konstanz und Kreuzlingen aber symbolisierten mit der Kunstgrenze nicht nur ein Europa der offenen Grenzen, sondern die Städte betonten und lebten friedensstiftende Werte. Mit der gemeinsamen Tafel mit deutschen und Schweizer Bürgern, welche zur Zehn-Jahr-Feier zum wiederholten Mal stattfand, lebten die etwa 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eben diese Werte vor.

Die Einmaligkeit von Dörflingers Kunstgrenze betonte der Kreuzlinger Stadtpräsident An­dreas Netzle in seiner Festrede. Die 22 monumentalen Figuren würden die Staatsgrenze alles ­andere als diskret markieren. Gleichzeitig würden sie den Anschein der Grenzenlosigkeit erwecken. Die Kunstgrenze sei ein wertvolles Geschenk gewesen, sagte Netzle.

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