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KREUZLINGEN: Streit nach Auftragsentzug für Blocher-Blatt

Die Bürgerlichen kritisieren den Stadtrat für den Entscheid, die «Kreuzlinger Nachrichten» nicht mehr als Publikationsorgan einzusetzen. Dieser sei klar politisch motiviert, was inakzeptabel sei.
Nicole D’orazio
In diesem Jahr sind die «Kreuzlinger Zeitung» wie auch die «Kreuzlinger Nachrichten» städtisches Publikationsorgan. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

In diesem Jahr sind die «Kreuzlinger Zeitung» wie auch die «Kreuzlinger Nachrichten» städtisches Publikationsorgan. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio

@thurgauerzeitung.ch

Dass ab 2018 nur noch die «Kreuzlinger Zeitung» öffentliches Publikationsorgan ist, gefällt nicht allen. Der Vertrag mit den «Kreuzlinger Nachrichten» wird nach dem Verkauf an die BaZ-Holding, die zu einem Drittel dem SVP-Chefstrategen Christoph Blocher gehört, nicht verlängert. Die SVP und die FDP sind darüber verärgert. Und zwar über die Begründung des Stadtrates. Die Rahmenbedingungen hätten sich durch den Verkauf verändert, hiess es.

«Wir erachten die Begründung des Entscheids als ideologisch motiviert und daher für eine städtische Behörde unwürdig», findet die FDP in einer Medienmitteilung. «Damit wird man – der ‹linken› stadträtlichen Mehrheit geschuldet – eine Wochenzeitung mit vermeintlich unliebsamer politischer Ausrichtung bestrafen. Und dies ist inakzeptabel.» Man müsste dann die ganze Vergabetaktik der Stadt hinterfragen, sagt Co-Präsidentin Barbara Jäggi. Hingegen begrüsst die FDP den Entscheid aus finanziellen Gründen. «Wir brauchen nicht zwei Publikationsorgane.»

Angst vor bürgerlicher Berichterstattung

Bei der SVP sieht man das ähnlich. «Dass der Stadtrat sich wieder für eine Zeitung als amtliches Publikationsorgan entschieden hat, kann man ja noch verstehen», teilt Fabian Neuweiler, Co-Präsident der SVP Kreuzlingen mit. «Unverständlich jedoch sind seine Argumente.» Die BaZ-Holding sei dem Stadtrat offenbar ein Dorn im Auge. «Aber warum? Was hat sich in der kurzen Zeit seit der Übernahme geändert?» Er habe nichts festgestellt, vermutet jedoch, dass der Stadtrat Angst vor einer zukünftigen bürgerlichen Berichterstattung durch die «Kreuzlinger Nachrichten» hat. «Ist ihm also eine eher links orientierte ‹Kreuzlinger Zeitung› lieber, weil diese die Meinung unserer Regierung vertritt? Offenbar scheint dies der Fall zu sein», ärgert sich Neuweiler. Seit dem Rücktritt von Andreas Netzle ist der Stadtrat mit einer SP-Frau, einer parteilosen Linken, einem Gewerkschafter, der der CVP angehört, sowie einem EVP-Mitglied tatsächlich eher links der Mitte anzusiedeln.

Neuweiler bemängelt, dass seitens der Stadt immer versichert wird, dass man das Gewerbe in der Region unterstützt. Im Gegensatz zur «Kreuzlinger Zeitung» würden die «Kreuzlinger Nachrichten» in der Schweiz gedruckt und nicht im benachbarten Ausland, finanziert mit Mitteln aus dem Kreuzlinger Steuertopf. «Ich bin gespannt, wie das neue Kommunikationskonzept der Stadt daherkommt. Vielleicht muss der Kreuzlinger gar keine Zeitung mehr subventionieren. Egal welche vermeintlich politische Einstellung diese hat und ob sie unserem Gesamtstadtrat politisch genehm ist.» Die gesetzlichen sowie technischen Voraussetzungen seien vorhanden.

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