KREUZLINGEN: Stadt rechnet mit grossem Überschuss

Das Budget 2018 prognostiziert ein Plus von mehr als 1,3 Millionen Franken. Die Sozialhilfe entwickelt sich besser als gedacht, und auch die Steuergelder werden voraussichtlich weiter sprudeln. Das verschafft Luft für die anstehenden Grossinvestitionen.

Martina Eggenberger Lenz
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Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger @thurgauerzeitung.ch

Für das laufende Jahr hatten die Verantwortlichen ein Minus von fast einer Million Franken budgetiert. Diese Annahme war falsch, wie sich nun zeigt. Gemäss Finanzchef Thomas Knupp, der mit monatlichen Forecasts arbeitet, wird die Rechnung 2017 «deutlich im positiven Bereich» abschliessen. Die Situation bei der Sozialhilfe erweist sich wider Erwarten als stabil und auch bei den Steuern ist von Wirtschaftskrise nichts zu spüren. Der Einbruch bei den Nachzahlungen von juristischen Personen im 2016 scheint einmalig gewesen zu sein. «Die Steuergelder sprudeln», betont Knupp. Darum konnte der Stadtrat an seiner Medienkonferenz gestern auch die freudige Nachricht verkünden: das Budget 2018 rechnet mit einem Erfolg von 1,369 Millionen Franken.

Steuerfuss soll nicht weiter gesenkt werden

Damit ist man viel besser dran, als im Finanzplan ursprünglich angenommen. Und das, obwohl die Stadt jetzt endlich grosse Projekte wie das Stadthaus realisieren kann. Erstmals seit langem sind Investitionen in der Höhe von mehr als 20 Millionen Franken vorgesehen. Gegenüber dem diesjährigen Budget steigt der Aufwand in einigen Bereichen an. Abschreibungen und Personal schreiben hier mit je 0,4 Millionen Franken zu Buche. Es werden zwei neue Stellen geschaffen: eine im Bereich der Sozialhilfe-Betreuung und eine zweite im Baudepartement, wo ein Koordinator für die Grossprojekte eingestellt werden soll. Hinzu kommt der vom Volk bewilligte Beitrag für die Museen mit 0,3 Millionen. Die Sozialhilfe soll 1,6 Millionen Franken weniger kosten als für 2017 budgetiert. Mehr einnehmen wird man bei den Steuern (2,3 Mio Fr.). Der Trend zeigt sowohl bei den natürlichen als auch bei den juristischen Personen nach oben. Am Steuerfuss soll aber aufgrund der geplanten Millioneninvestitionen nicht gerüttelt werden.

Neue Wildvogelstation für eine Million Franken

Vizestadtpräsidentin Dorena Raggenbass erläuterte die anstehenden Mitteleinsätze. Der grösste Posten sind die Gemeindestrassen mit 3,5 Mio Franken. Die Stadthaus-Tranche beträgt 3 Millionen, ebenso die Ausgaben fürs Egelsee. Im Bereich Gewässerverbauungen sind weitere Bachöffnungen geplant, im Döbeli sowie in Kurzrickenbach. Saniert werden müssen ehemalige Abfalldeponien, der Kugelfang im Fohrenhölzli und das Sanitärgebäude im Camping Fischerhaus. Vorgesehen ist gemäss Raggenbass weiter die Renovation und der Ausbau der Heinrich-Halle beim Seegarten für 1,3 Millionen Franken. Die Stadt will das Dach instandstellen und die Aussenhülle erneuern. Das Gebäude wird von den Sportfischern, den Seglern, die «tolle Jugendarbeit machen», und der Werft genutzt. Eine weitere Investition, die 2018 angepackt werden soll, ist der Umzug der Wildvogelpflegestation von der Promenadenstrasse ins Sägenösch. Fast eine Million kostet der Neubau für den Tierschutz. «Wir wollen ihm kein Provisorium wie heute, sondern einen richtigen Bau zur Verfügung stellen», betont Raggenbass. Im Gebäude soll es zudem eine WC-Anlage für die Kleingärtler geben.

Vermögen wird nun rasch abgebaut

Ende dieses Jahres verzeichnet Kreuzlingen voraussichtlich ein Nettovermögen von 23 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei rund einem Drittel. «Wir befinden uns in einer komfortablen Ausgangslage», fasst Thomas Knupp zusammen. Er meint das natürlich hinblicklich der geplanten Nettoverschuldung von über 100 Millionen Franken bis 2026. Ab 2027 werde man die Verschuldung wieder abbauen und innert zehn Jahren normalisiert haben. Der Gemeinderat berät über das Budget 2018 nächsten Donnerstag. Die Volksabstimmung findet am 26. November statt.