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KREUZLINGEN: Stadt macht fünf Millionen vor

Höhere Steuereinnahmen und ein besseres Ergebnis bei der Sozialhilfe sorgen dafür, dass die städtische Rechnung 2017 im klar positiven Bereich abschliesst. Budgetiert war ein Minus von knapp einer Million Franken.
Martina Eggenberger Lenz
Finanzchef Thomas Knupp und Stadtpräsident Thomas Niederberger erläutern die Zahlen zur städtischen Rechnung 2017. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Finanzchef Thomas Knupp und Stadtpräsident Thomas Niederberger erläutern die Zahlen zur städtischen Rechnung 2017. (Bild: Martina Eggenberger Lenz)

Seit nunmehr zehn Jahren präsentiert der Stadtrat positive Rechnungsabschlüsse. Aktuell beträgt der operative Erfolg 3,8 Millionen Franken. Das ist umso beachtlicher, als dass eigentlich ein Defizit von rund einer Million Franken erwartet worden war. Aber auch das war in der Vergangenheit häufig so. Und wie in den Vorjahren können die Verantwortlichen die grosse Abweichung zum Budget nachvollziehbar begründen. Für das erfreuliche Resultat verantwortlich sind heuer primär Steuernachzahlungen juristischer Personen (1,3 Millionen über Budget) und ausserdem Minderausgaben in der Sozialhilfe sowie höhere Rückzahlungen in diesem Bereich in der Höhe von je einer Million Franken. «Das ist beides schwierig zu budgetieren», betont Stadtpräsident Thomas Niederberger.

Komfortables Eigenkapital-Polster

Der Gesamterfolg für das Jahr 2017 beträgt 5,1 Millionen Franken. Nebst dem operativen Ergebnis schlagen ausserordentliche Erträge in der Höhe von 1,3 Millionen zu Buche. Diese sind der Auflösung einer Vorfinanzierung, Liegenschaftenneubewertungen und der Rückzahlung aus dem Rechtsfall Kreuzlinger Kinderkrippe zu verdanken. Der Ertragsüberschuss der Rechnung wird gemäss Stadtpräsident dem freien Eigenkapital zugeführt. Vorfinanzierungen sind mit dem Rechnungslegungsmodell HRM2 nicht mehr vorgesehen. «Im Hinblick auf die geplanten und vom Volk genehmigten Grossprojekte, die Investitionen von 75 Millionen Franken auslösen werden, sind wir natürlich froh um das gute Ergebnis», hält Niederberger fest. Das Eigenkapital beträgt stolze 44 Millionen Franken. Der Bau des Stadthauses, des Schwimmbades und andere Projekte stehen jedoch an und das Polster wird schmelzen. 2021 ist eine Nettoverschuldung von 87 Millionen Franken angezeigt. Eine neuerliche Steuerfusssenkung wie 2016 wäre darum laut Stadtpräsident «klar das falsche Zeichen».
Momentan liegt Kreuzlingen in Sachen Steuerkraft noch deutlich über dem kantonalen Durchschnitt. Mit seinem Gesamtsteuerfuss liegt die Grenzstadt im Vergleich zu den anderen grossen Gemeinden ebenfalls ganz vorn. «Wir befinden uns in einer guten Ausgangslage», bemerkt Finanzchef Thomas Knupp.

Investitionstätigkeit blieb eher tief

Zum guten Ergebnis beigetragen hätten auch Budgetdisziplin und ein gutes Kostenbewusstsein, sagt Niederberger. Das Personalbudget wurde nicht ausgeschöpft, auch wegen Mutationen und Vakanzen, etwa im Stadtrat. Der Sachaufwand ist gegenüber dem Vorjahr wie erwartet 9,5 Prozent höher ausgefallen. «Das variiert von Jahr zu Jahr stark. Zum Beispiel hatten wir Beschaffungen bei der Feuerwehr oder ein grösseres Projekt im Bereich Abwasser», erklärt Knupp.
Bei den Investitionen kam man dem Voranschlag mit 10 Millionen Franken ziemlich nahe. Das ist etwas mehr als auch schon, obwohl grosse Würfe fehlten. Am höchsten war der Baukostenbeitrag ans Alterszentrum mit 3 Millionen Franken. Beachtlich ist der Selbstfinanzierungsgrad von 95,8 Prozent. Die Stadt brauchte also kaum fremdes Geld, um die Investitionen zu stemmen. Das wird sich bekanntlich bald ändern.

Technische Betriebe wirtschaften ebenfalls besser als budgetiert

Mit einem Ertragsüberschuss von 1,3 Millionen Franken schliesst die Rechnung der technischen Betriebe. Das ist 600000 Franken besser als erwartet, wenn auch eine halbe Million schlechter als das Vorjahresergebnis. «Treiber des guten Resultates war die Sparte Elektrizität», bemerkt Susanne Bergsteiner, die kaufmännische Leiterin der TBK. Der Strombereich hat das Budget mit einer Million Franken am stärksten übertroffen, dies primär wegen Deckungsdifferenzen bei den Kosten des Netzbetriebes. Wie beim Gas war der Absatz etwas höher als budgetiert. Zudem konnte das Gas wegen des Eurokurses günstiger eingekauft werden als erwartet. In der Sparte Wasser waren die Erlöse tiefer als geplant, weil die Tariferhöhung nicht ganz umgesetzt wurde, wie Bergsteiner erklärt. Im Bereich der Investitionen lag man mit 6 statt 14 Millionen Franken unter dem Budget. Einige Projekte seien verschoben worden. Der Selbstfinanzierungsgrad stieg deshalb auf 110 Prozent an. Für das laufende Jahr rechnet man mit Investitionen von 13 Millionen Franken. Guido Gross, der Direktor der TBK, betont in seinem Ausblick, der Trend in der Marktentwicklung deute bei Elektrizität und Erdgas in Richtung steigender Preise. Die technischen Betriebe liefern 2017 die gewohnten 500000 Franken plus eine Gewinnbeteiligung von 210000 Franken an die Stadt ab. (meg)

Hinweis: Der Gemeinderat diskutiert die Rechnungen der technischen Betriebe und der Stadt am 3. Mai.

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