KREUZLINGEN: Sportler fordern zwei Felder

Sowohl die Vertreter der Bodensee-Arena wie auch des Hockeyclubs hätten eine andere Lösung favorisiert. Doch der von der Stadt vorgeschlagene Traglufthallen-Kompromiss wird akzeptiert.

Martina Eggenberger Lenz
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Auf dem heutigen Parkplatz der Bodensee-Arena soll ein zweites Ausseneisfeld gebaut werden. (Bild: Donato Caspari)

Auf dem heutigen Parkplatz der Bodensee-Arena soll ein zweites Ausseneisfeld gebaut werden. (Bild: Donato Caspari)

Martina Eggenberger Lenz

martina.eggenberger@ thurgauerzeitung.ch

Die Beteiligten reagieren positiv auf den vom Stadtrat favorisierten Kompromiss in Sachen Bodensee-Arena. Ein zusätzliches Eisfeld mit Traglufthalle überdacht soll das Nebeneinander von Fernsehen und Eishockey ermöglichen (unsere Zeitung berichtete). Matthias Mölleney, der Verwaltungsratspräsident der Bodensee-Arena, betont, dass man verschiedenste Lösungen ins Spiel gebracht und geprüft habe, um möglichst allen Beteiligten gerecht werden zu können. «Eine schwierige Aufgabe», wie er zugibt. Mölleney sagt, dass das Problem nicht die Eisfläche an sich sei. Diese wäre selbst mit einem Feld eigentlich ausreichend. Die Krux sei, dass alle Nutzer zur gleichen Zeit aufs Eis wollten.

Kreuzlinger werden ­ prioritär behandelt

Das Team der Arena hätte am liebsten «Eis im Park» zusätzlich zum bestehenden Ausseneisfeld realisiert, um auch für den öffentlichen Eislauf ein attraktives Gefäss zu schaffen. Die Eissportler seien mit dieser Lösung aber nicht einverstanden gewesen. Sie hätten auf zwei regulären Eisfeldern bestanden. Darum sei nun die Variante mit dem überdachten zweiten Feld im Fokus. «Wir haben das geprüft, es ist vom Platz her machbar. Nun geht es noch darum, wie ein solches Feld technisch umsetzbar ist.» Die Traglufthalle, laut Mölleney nicht der teuerste Punkt des Projekts, sei aus Komfortgründen geplant, damit das Eisfeld auch bei Regen nutzbar ist. Für die Bodensee-Arena hätten die Kreuzlinger Nutzer stets Priorität, erklärt der Verwaltungsratspräsident. Zeichne sich ein Konflikt ums Eis ab, müssten Vereine mit vorwiegend auswärtigen Mitgliedern hinten anstehen.

Auch der EHC Kreuzlingen-Konstanz hätte logischerweise einen anderen Favoriten gehabt: nämlich die ganz fernsehfreie Arena. Man sei für einen Kompromiss bereit, wenn genügend Eis zur Verfügung stehe, damit der Verein in seiner jetzigen Form weiter existieren und sich entwickeln könne, sagt Nachwuchs-Chefin Andrea Kröni. Dafür brauche es zwei Eisfelder. In den letzten Jahren habe man jedes Mal, wenn das Fernsehen von Januar bis März da war, zurückstecken und Trainings zusammenlegen müssen. «Um unserem Nachwuchs eine stufengerechte Ausbildung zu ermöglichen, brauchen wir mehr Eis», sagt Kröni. Der Verein ist im Nachwuchsbereich in den letzten vier Jahren von 37 auf 207 Kinder angewachsen. Zudem wurden zwei Frauen-Teams gegründet. Die drei Vertreter des Vereins, die ein Konzept Eissport- und Eventzentrum ausgearbeitet haben, sind von dessen Durchführbarkeit überzeugt. Man habe Gespräche mit den anderen Eissportvereinen in der Region geführt. In die Debatte eingeschaltet hat sich auch die Swiss Ice Hockey Federation. Sie zählt den EHCKK zu den «innovativsten und aktivsten Clubs der Schweiz». Eine mögliche Reduktion der Eisstunden nehme man mit Besorgnis zur Kenntnis, heisst es in einem Schreiben, das an die Kreuzlinger Politik ging. Swiss Ice Hockey hat die Kreuzlinger in den letzten zwei Jahren für ihre Nachwuchsarbeit ausgezeichnet.