KREUZLINGEN: Spätfolgen des Turmbaus

Die Amriswiler Firma Hess Immobilien will hinter der Villa Doldenhof bauen. Doch der Gestaltungsplan von 1970 mit dem Hochhaus Freiegg stört noch.

Kurt Peter
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Die Villa Doldenhof (vorne) gehört zum selben Gestaltungsplangebiet wie das Hochhaus Freiegg. (Bild: Andrea Stalder)

Die Villa Doldenhof (vorne) gehört zum selben Gestaltungsplangebiet wie das Hochhaus Freiegg. (Bild: Andrea Stalder)

Kurt Peter

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

 

Im Jahr 1970 wurde über das Gebiet zwischen Bahnlinie, Haupt- und Freiestrasse der Gestaltungsplan Freiegg-Doldenhof erlassen. Dieser ermöglichte den Bau des Hochhauses an der Hauptstrasse und sieht gar den Bau eines zweiten Hochhauses vor. Die Villa Doldenhof ist in diesem Gestaltungsplan als Abbruchprojekt bezeichnet. «Damit steht der Gestaltungsplan im Widerspruch zum Natur- und Heimatschutzgesetz, da die Villa inzwischen unter Schutz gestellt wurde», erklärt der Kreuzlinger Bauverwalter Heinz Theus. Der Gestaltungsplan soll deshalb aufgehoben werden, allerdings unter «Bestandesgarantie des bestehenden Hochhauses». Derzeit liegt auf der Bauverwaltung ein Bauvorentscheid auf. Dieser sieht ein Mehrfamilienhaus mit 14 Wohnungen nördlich der Villa Doldenhof vor. Laut Planungs- und Baugesetz des Kantons Thurgau können bei einem solchen Gesuch «grundsätzliche Fragen im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Gegenstand eines Vorentscheides sein». Seien diese Fragen während der Auflagefrist geklärt, könnten bei einem definitiven Baugesuch gegen diese keine Einsprache erhoben werden, erklärt Heinz Theus.

Der Vorentscheid ist laut Gesetz während zweier Jahre verbindlich. Der gültige Gestaltungsplan soll vor dem Baugesuch oder parallel dazu aufgehoben werden. Das Vorhaben muss allerdings öffentlich, mit Einsprachemöglichkeit, aufgelegt werden. Klaus Morlock, Mitglied der Geschäftsleitung der Hess Investment AG, der die betroffene Parzelle rund um den Doldenhof gehört, hofft auf einen möglichst reibungslosen Ablauf und Heinz Theus erklärt, dass «mit der Aufhebung der Konflikt zwischen Denkmalschutz und Zielen des Gestaltungsplans gelöst werden kann».

Die internationale Schule zieht aus

Mit dem Umzug der Internationalen Schule Kreuzlingen-Konstanz im kommenden Jahr in den Campus an der Seestrasse wird die Villa frei. «Für das Objekt suchen wir dann Mieter», erklärt Morlock. Am denkmalgeschützten Haus sind keine Bauarbeiten geplant, allenfalls Renovationsarbeiten. Die Schule befindet sich seit 2004 an diesem Standort.