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KREUZLINGEN: Sie tanzte sich in die Herzen

Nach über 20 Jahren als Tanzlehrerin ist Sonny Walterspiel in Pension gegangen. Schüler, Eltern und Freunde haben sie am Samstag mit einem Überraschungsfest feierlich verabschiedet.
Desirée Müller
Grosse Überraschung für Sonny Walterspiel (Mitte): Schüler tanzen für sie vor. (Bild: Donato Caspari)

Grosse Überraschung für Sonny Walterspiel (Mitte): Schüler tanzen für sie vor. (Bild: Donato Caspari)

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Am Samstag folgte für Sonny Walterspiel eine Überraschung auf die andere. Um 17 Uhr fährt ihr Zug am Hauptbahnhof ein. Hinter ihr ein erfüllter Tag, unter anderem mit Tanzvorführungen von Schülerinnen der ersten Stunde. Tags zuvor ist sie in Pension gegangen. Nichts ahnend steigt sie aus, bleibt aber beim Anblick eines Meers von gelben Ballons überwältigt stehen. Hundert Schüler, Tanzkollegen, Eltern und Freunde stehen Spalier. Von der Unterführung bis zum Eingang der Musikschule. Wie in Trance läuft sie an den Menschen vorbei, umarmt sie und weiss nicht, wie ihr geschieht.

Vor dem Eingang zur Schule steht ein Stuhl für die Kreuzlinger Tanzlegende bereit. Es ertönt Musik und eine Tanzgruppe versammelt sich vor dem Ehrengast. Die Menge tobt und Sonny Walter­spiel schüttelt fassungslos den Kopf. Die Überraschung ist gelungen. Das Programm geht im Tanzsaal weiter. Es folgt eine Neuinterpretation von Alexander Rust auf dem Klavier des Klas­sikers «Sunny». Verpackt mit lustigen Anekdoten. Danach gibt es eine Videoshow mit Ausschnitten vieler ihrer Auftritte und dann kommt die grösste Überraschung: Ein grünes Tuch bedeckt einen Gegenstand neben der Tür. Behutsam zupft Walterspiel daran und enthüllt eine Plakette. Mit offenem Mund streicht sie darüber. Der Tanzraum heisst nun «Walter­spiel-Saal». «Danke, dass du in den letzten 20 Jahren so wunderbare Spuren in unseren Herzen hinterlassen hast», sagt Musikschulleiter Stephan Frommer. Er wischt sich über die Augen und nimmt Sonny Walterspiel in die Arme. Die Überraschungsgäste jubeln so lange, bis die Tanzlehrerin die Menge mit «So das reicht, jetzt könnt ihr wirklich aufhören» zum Lachen bringt.

Unterricht bei Sonny ist eine Lebensschule

Beim Apéro werden Geschichten erzählt. So auch am Tisch von Chiara Chresta aus Berg, die, seit sie drei Jahre alt ist, bei Sonny Walterspiel tanzt. «Sie ist wie ein zweites Mami für mich. Sobald ich den Tanzsaal betrete, vergass ich schon als Kind alles um mich herum.» Auch Julia Kothgasse aus Kreuzlingen besucht seit bald 20 Jahren Walterspiels Kurse. «Das Tanzen mit ihr bringt mich immer in eine andere Welt. Dazu waren die 20 Jahre eine wahre Lebensschule.» Gabi Kadar ist das Mami von Larissa, welche seit 5 Jahren im Tanzzentrum Unterricht nimmt: «Sonny hat so ein grosses Herz für Kinder. Sie forderte immer Qualität von den Schülern ein, aber auf eine ganz tolle Art und Weise.»

Die Hauptperson stösst zu den Gästen. Alles werde sich aber nicht ändern, sagte Walterspiel. «Immerhin werde ich in Kreuzlingen bleiben.» Und ganz mit Tanz und Theater aufzuhören, gehe für sie gar nicht. Sie wird weiterhin Theaterprojekte an Schulen leiten. «Ich bin über­wältigt, was all diese Menschen heute für mich organisiert haben.» Doch etwas Schönes habe der ­Ruhestand: «Jetzt darf ich ­jeden Tag das machen, wozu ich gerade Lust habe.» Mindestens an jedem zweiten Tag werde es das Tanzen sein.

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