KREUZLINGEN: Sie bauen an einer Stadt

Zwei Städte verbinden, Synergien finden und allen an Architektur, Städtebau und Kunst Interessierten eine Plattform bieten: Dieses Ziel verfolgt das Architekturforum seit zehn Jahren.

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Am Workshop Zentrumsgestaltung: Christian Winterhalter und Gründungspräsident Andreas Rogg. (Bild: Kurt Peter)

Am Workshop Zentrumsgestaltung: Christian Winterhalter und Gründungspräsident Andreas Rogg. (Bild: Kurt Peter)

«Wir wollen die in beiden Städten Kreuzlingen und Konstanz bestehenden Architektenstammtische ergänzen und erweitern», sagte Gründungsmitglied Christof Baumann zu Beginn des Forums im Jahr 2007. Und Christine Schmidt-Günther fügte damals an: «Und das wollen wir gemeinsam, grenzüberschreitend, erreichen.»

Baumann spricht von einer «Betrachtung von oft gleichen Herausforderungen aus einer anderen Flughöhe». Das Architekturforum hat sich nicht zuletzt deshalb von Anfang an für alle an Architektur, Städteplanung, Kunst, Denkmalpflege und Raumgestaltung interessierten Personen geöffnet. «Es ist also kein Architektenforum», ergänzt Christine Schmidt-Günther.

Besonders am Verein ist, dass das Präsidium abwechselnd von einem Schweizer und einem Deutschen ausgeübt wird. Derzeit ist der Kreuzlinger Ueli Wepfer Präsident, Vizepräsident ist der Konstanzer Stefan Neubig. «Dieser zweijährliche Wechsel sorgt jeweils für einen frischen Wind im Verein. Dazu begibt sich der Vorstand regelmässig in eine Klausur, um Ausrichtung und Strategie zu diskutieren», sagt Christof Baumann.

Brücke zwischen Interessierten und Fachleuten

Breit und vielfältig ist auch das Angebot an Veranstaltungen. «Neben internen Programmpunkten ist die Öffentlichkeit bei 80 bis 85 Prozent aller Angebote eingeladen, teilzunehmen», erklärt Christine Schmidt-Günther.

Die Bandbreite reicht von Exkursionen zu besonderer Architektur in den Alpen, Vorträgen von Architekten bis hin zu Ausstellungen und Workshops. Der Schwerpunkt im laufenden Jahr werden die Schulen sein. Das Architekturforum mache ein niederschwelliges Angebot an diversen Orten in der ganzen Region, meint Christine Schmidt-Günther. Das Forum sehe sich so auch als Brückenbauer zwischen Fachleuten und Interessierten, als Plattform der Diskussion, des Austausches und der Synergien. Einmischung in die politische Arbeit der Verwaltungen sei aber nicht das Ziel, «aber wir unterstützen natürlich den Konstanzer Gestaltungsbeirat und die Kreuzlinger Stadtbildkommission», sagt Christof Baumann.

Das Architekturforum könne Projekte anstossen, diese einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, aber die Weiterverfolgung oder gar eine Umsetzung sei Sache der politisch Verantwortlichen, meint der erste Schweizer Präsident.

Als Beispiel nennt er ein Projekt von Johanna Brandstetter, welches das Forum am 15. Januar 2015 vorstellte: «Ein Haus für Architektur, ein Platzgebäude direkt auf der Grenze» ist ein visionärer Entwurf, der den Hauptzoll neu gestalten könnte. Das Architekturforum stellte als erster Verein bereits 2014 «Das Trösch» vor, liess sich über die Industriegeschichte von Konstanz und Kreuzlingen informieren, diskutierte die Kreuzlinger Hochhausstudie mit prominenten Referenten und veranstaltete im November 2008 einen Workshop «Zentrumsentwicklung Kreuzlingen». Eine Veranstaltung von bleibendem Eindruck: «Hier wurde erstmals die Festwiese als möglicher Standort eines neuen Verwaltungsgebäudes vorgestellt», sagt Christof Baumann.

Kurt Peter

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Hinweis

Am Donnerstag, 22. Juni, feiert das Architekturforum Konstanz-Kreuzlingen sein 10-Jahr-Jubi­läum. Den öffentlichen Festvortrag hält Architekt Matthias Sauerbruch um 17.30 Uhr im Konstanzer Konzil.